Von Anke Losack - MZ ( Medienpartner des CVM )

Am Mittwochmorgen rief Florian Völker, Zuspieler beim Volleyball-Bundesligisten Chemie Volley Mitteldeutschland, seinen Trainer Matthias Münz an. Er könne aus gesundheitlichen Gründen zur Trainingseinheit am Vormittag nicht erscheinen, meinte Völker, zum Heimspiel gegen den TV Rottenburg am Abend sei er aber da und wenn es dort einen Satzball beim 24:23 gebe, dann könne der Coach auch auf Völkers Aufschlag zählen. Aus dem Bauch heraus traf Münz am Mittwochabend beim Matchball gegen Rottenburg, Stand 2:1-Sätze, 24:22 Punkte für die Spergauer, die Entscheidung, Völker einzuwechseln. Den Aufschlag des 21-Jährigen brachten die Rottenburger nicht unter Kontrolle, einer ihrer Spieler hatte die Hand am Netz. So konnten die Piraten mit einem 3:1 (26:24, 23:25, 25:21, 25:22) und den 1 200 Zuschauern in der Jahrhunderthalle den ersten Saisonsieg feiern.

"Ein hartes Stück Arbeit", meinte Münz zum Spiel. Die Nervosität einiger seiner Spieler sei enorm gewesen. "Sebastian Hähner war total nervös und hat die anderen noch angesteckt", so der Trainer. Das zeigte sich beispielsweise bei den Annahmen, wonach die Bälle dann auch schon mal im hohen Bogen auf die Tribüne flogen. Ein weiteres Manko stellte Münz fest: "Der Aufschlag. Dabei machen wir zwar weniger Fehler als noch im letzten Jahr, aber sie sind nicht druckvoll genug." Nur wenige Spezialisten hat er für die Aufschläge - einer ist eben Florian Völker.

Der ein oder andere mag seine gesundheitlichen Beschwerden auch mit Nervosität verbinden. Teamarzt Christian Meinel verneinte klar: "Er ist nicht nervös. Er hat seit Dienstag einen Magen-Darm-Infekt." Ob Völker überhaupt einsatzfähig sein würde, war lange unsicher. Vor dem Spiel lag der 21-Jährige in der Umkleidekabine auf einer Liege und bekam vom Teamarzt eine Infusion. Beim Warmmachen stand er schon auf dem Parkett, doch Trainer Münz verzichtete erst einmal auf den Libero. Als es 23:23 im ersten Satz stand, durfte Völker erstmals ran - Aufschlag für die Piraten natürlich. Diesen konnten die Rottenburger nicht sauber annehmen und verwerten und so leitete Völker den Gewinn des ersten Satzes ein. Den entscheidenden Punkt zum 26:24 machte der amerikanische Neuzugang Bradley Lawson - auch seinen Aufschlag bekamen die Rottenburger nicht unter Kontrolle. "Heute hat sich schon gezeigt, dass die Verpflichtungen der beiden Amerikaner richtig waren", meinte Münz.

So knapp wie der erste Satz endete, gestaltete sich dann auch die gesamte Partie. Nachdem die Piraten im zweiten Satz schon mit 16:12 in Front lagen, glitt ihnen dann das Spiel noch aus den Händen. Durch krasse Annahmefehler gerieten sie mit 17:20 in Rückstand und konnten den Satz nicht noch einmal drehen. In den Sätzen drei und vier legten die Piraten erst zum jeweiligen Ende zu, um dann die Sätze letztendlich für sich zu entscheiden.

Am kommenden Wochenende haben die Piraten ein Doppelprogramm zu absolvieren - am Samstag beim VCO Berlin, am Sonntag bei den Netzhoppers KW Bestensee. "Da sind alle Spieler gefordert", meinte Trainer Münz. Bei seinem Zuspieler Florian Völker braucht er sich da ja offenbar keine Sorgen machen.

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