Punkt für Bühl - oder nicht (11:10 im Tie-Break)

Ein gellendes Pfeifkonzert hallte bereits während der letzten Ballwechsel des Spiels durch die Jahrhunderthalle Spergau. Und es verstärkte sich noch, als die Gäste den letzten Punkt nach 117 Spielminuten zum 15:11-Erfolg im Tie-Break erzielt hatten. Selten war die Volksseele in Spergau so erregt und konnte sich lediglich bei der Auszeichnung von Christoph Helbig und Joel Bruschweiler als MVP des Tages kurz beruhigen. Beide Teams lieferten sich bis dahin ein Spiel auf Augenhöhe, ein Spiel voller Emotionen, spannender Ballwechsel, toller Abwehrleistungen auf beiden Seiten und das bis zum 10:10 im Tie-Break mit völlig offenen Ausgang. Doch leider wurde es nichts mit der sportlichen Entscheidung auf dem Feld. Das Pfeifkonzert galt daher weniger den Teams, die beide mit letztem Einsatz eben um diese sportliche Entscheidung rangen, sondern richtete sich gegen die Unparteiischen, die durch einige zweifelhafte Entscheidungen diesem Finale ein jähes und unschönes Ende bereiteten.

Die Niederlage der Piraten ist schmerzlich doch zeigt der Spielverlauf auch gegen die Topmannschaft des Winters (fünf Siege in Folge), dass die Münztruppe in keiner Phase aufgibt und ein Spiel vorzeitig verloren gibt. Etwas holprig und nervös in die Partie gestartet, fingen sich die Hausherren bis zur Mitte des Satzes und übernahmen erstmals bei 13:12 die Führung. Vor allem die Abteilung Angriff entschied diesen Durchgang für die Piraten. Mit 17 Treffern gegenüber nur sechs Erfolgen der Bühler hatten die Spergauer hier deutliche Vorteile. 25:23 war letztlich der verdiente Lohn für die offensive und mutige Einstellung. Doch bereits im zweiten Durchgang zeigte sich auch, warum die Bühler gegenwärtig auf einer Erfolgswelle schwimmen. Eine äußerst geringe Fehlerquote im Aufschlag – nur drei Fehler bei vier Assen in zwei Sätzen - verbunden mit einer exzellenten Blockarbeit - 20 Blockpunkte im Spiel - erschweren es jedem noch so offensiv eingestellten Gegner, kontinuierlich auf Punktejagt zu gehen. Folgerichtig gingen daher auch die Durchgänge zwei und drei jeweils mit 25:18 recht deutlich an die Baden-Württemberger.


Matze Münz stand in Runde vier erstmals wieder unter Zugzwang und musste das Team nach dem 1:2-Satzrückstand nun neu justieren. Die Alternativen waren allerding rar, da der grippegeschwächte Enrico Ehrhardt nicht im Kader stehen konnte. Im zweiten Satz verletzte sich zudem Zuspieler, Florian Völker, leicht an der linken Schulter, doch auch Oliver Binder konnte mit zunehmender Spieldauer das Piratenspiel wieder offensiver gestalten. Dankbarer Abnehmer seiner schnellen Pässe nach außen war vor allem Sebastian Hähner, der in Durchgang vier Defensivspezialist, Jiri Stolfa, ersetzt hat. Die Piraten fochten nun mit offenem Visier und wurden schnell belohnt. Systematisch wurde die 3:1-Führung über einen 16:12-Zwischenstand auf sieben Punkte zum 25:18-Satzausgleich ausgebaut. Die aggressiven Angriffe wurden nun auch durch kontrolliertere Aufschläge und eine effizientere Blockarbeit unterstützt.

Letztlich musste also der Tie-Break entscheiden, ob an diesem Abend die Abteilung Angriff der Piraten oder die Abteilung Block der Bühler die zum Sieg führen würde. Bis zum 10:10 im fünften Satz war dieses sportliche Duell nicht entschieden, doch die Entscheidung auf dem Feld wurden beiden Teams dann leider abgenommen. Schade, da beide Mannschaften sich eine Entscheidung am Netz ehrlich und hart erarbeitet hatten.