Hochkonzentriert - Oliver Binder - Kapitän gegen Dresden

Drei Stunden vor Anpfiff des Mitteldeutschen Derbys gegen den VC Dresden gab es erst einmal ein unangenehmes Zeichen aus der medizinischen Abteilung. Teamarzt an diesem Tage, Dr. Florian Gaul, schickte Kapitän, Jiri Stolfa, ohne Wenn und Aber zurück nach Hause. „Mit hohem Fieber und einer satten Erkältung gehört er ins Bett und nicht aufs Parkett“, hieß es unisono aus der Teamleitung. Plötzlich stand die Piratencrew ohne Kapitän da und außerdem riss Stolfa noch ein Loch auf der Außenposition. Just in diesem Augenblick wurde das Vorspiel der Piratenreserve in der Jahrhunderthalle beendet und Matze Münz berief Hannes Mück aus der zweiten Mannschaft ins Piratenteam. Mück packte stolz seine Turnschuhe wieder aus und begann erneut mit der Erwärmung. Doch wer sollte nun den Kurs für die Piraten halten?

Für solche Fälle streift Zuspieler, Oliver Binder, die Kapitänsbinde über. Er sollte in gewohnter Weise seinen Regisseurposten nutzen und die Schlagzahl und Richtung der Piratenkogge vorgeben. Doch die Dresdner übernahmen vom ersten Aufschlag das Kommando in der Jahrhunderthalle. Durch einen frischen und angriffsorientierten Volleyball setzten sich die Elbflorenzer bereits in der Startphase deutlich mit 8:2 ab. Der taktisch klug eingestellte Dresdner Block entschärfte eine Vielzahl der Piraten Angriffe und den Rest erledigte der beste Dresdner an diesem Abend, Libero Robert Wend. Keine Chance also für Oliver Binder, das Dresdner Abwehrbollwerk entscheidend zu attackieren. Die 17:25-Satzniederlage nach nur 24 Minuten Spielzeit trieb bei Zuschauern und Trainerstab einige Falten in die Stirn, doch hatte man das Gefühl, dass keine Unruhe oder gar Hektik verbreitet wurde. Münz reagierte besonnen und sortierte den Annahmeriegel – Ehrhardt kam für Hähner – sowie die Zuspielposition – Völker für Binder – neu.

Fortan lief es besser. Fanden im ersten Satz lediglich fünf Angriffe das Ziel im Dresdner Feld waren es in Durchgang zwei und drei jeweils 13 und im finalen vierten Satz gar 19. Doch erst beim 18:17 gelang den Spergauern im zweiten Satz erstmals! eine Führung gegen die Dresdner. Sven Dörendahl, Chefchoach der Sachsen meinte dazu: „Wir haben in den ersten Sätzen an unserem derzeitigen oberen Limit gespielt. Die Jungs haben die taktischen Vorgaben sehr gut umgesetzt. Auf dieser Leistung müssen und können wir definitiv aufbauen. In den Sätzen 2 und 3 konnten wir dieses hohe Niveau nicht über den gesamten Satz halten.“ Und genau hier zeigte sich dann doch die gewachsene Reife der Piraten. „Die Dresdner sind keine schlechte Mannschaft. Aber unsere Jungs haben das Ruder noch mal rumgerissen. Auch das zeigt, welche Qualität unser Team hat“, ergänzte Piratenmanager, Rick Wiedersberg, die Worte seines ehemaligen Teamkollegen.

Letztlich war auch Matze Münz mit dem 3:1 (17:25, 25:21,25:22, 25:16)-Erfolg recht zufrieden: „Dresden spielte hochmotiviert und mutig auf. Damit habe ich gerechnet. Wir haben uns selbst aus diesem Tief wieder herausgezogen. Das hat mir gefallen.“ Die Piraten haben mit diesem Erfolg den Tabellenplatz sechs verteidigt und den Druck auf die vor ihnen platzierten Teams aus Bühl und Düren deutlich erhöht. Beide gastieren noch in Spergau. Mal sehen was da noch geht und dann auch wieder mit einem gesunden Kapitän auf der Brücke!