(von Stefan Schröter - Medienpartner des CVM)

Max Wullschläger eilt einem Volleyball hinterher. Er erwischt ihn noch mit dem Arm und drischt den Ball über das Netz zurück in die andere Hälfte. Vielleicht haben dem jungen Piraten dabei auch seine erlernten Fertigkeiten aus dem Fußball geholfen. Denn der 13-jährige stand früher schon mehrfach im Tor. Und so ein bisschen, vermutet er, könne er diese Erfahrung im Volleyball noch anwenden: "Als Torwart sieht man im Fußball ganz gut, wenn der Ball außen am Pfosten vorbeigeht oder auch nicht. Das kann man auf den Volleyball übertragen. Da sieht man dann eben, ob der Ball ins Aus geht", sagt der 13-Jährige selbstsicher. Auch CV Mitteldeutschland-Nachwuchskoordinator Thomas Hartmann meint, dass es durchaus von Vorteil ist, wenn ein Volleyball-Neuling schon einmal als Fußball-Torwart aktiv war. "Wenn die Koordination schon da ist, dann hilft das. Dann muss man ihnen das nicht mehr beibringen." Außerdem gingen die ehemaligen Torhüter auch anders zum Ball. Offensiver eben.

Doch Max ist nicht der einzige frühere Torhüter bei den Nachwuchs-Piraten. Gleich sieben Kinder haben schonmal im Tor gestanden. Das trifft auch auf den sechsjährigen Cajus zu. Und er fühlt sich im Volleyball besser aufgehoben: "Volleyball ist cooler, da kann man nicht so hart gefoult werden."

Warum so viele ehemalige Torhüter den Weg auf das Volleyballfeld finden, weiß Thomas Hartmann nicht. Aber das spiele beim CVM auch keine Rolle. Entscheidend ist, dass der Verein als Bundesligist mehr als drei Nachwuchsmannschaften im Spielbetrieb gemeldet hat und damit die Vorgaben des Verbands erfüllt: 36 Kinder und Jugendliche spielen auf Landesebene in sieben unterschiedlichen Teams. Als Hartmann beim CVM vor drei Jahren als Jugendkoordinator anheuerte, gab es lediglich sechs Nachwuchsspieler im Verein.

Heute bietet der Verein an zehn unterschiedlichen Schulen zwischen Schkopau und Weißenfels Arbeitsgemeinschaften an. So hat auch der 13-jährige Tim Zabel den Weg zum CVM gefunden. Er hatte genug vom Fußball und ging zur Volleyball-AG in seiner Schule in Großkorbetha. Das ist jetzt drei Jahre her, heute ist er in das Vereinstraining integriert. "Hier fühle ich mich wohl", sagt Zabel. Er gilt mit seinen 1,82 Metern als kleine Nachwuchshoffnung bei den Piraten: "Er ist jemand, der höherklassig spielen könnte", sagt Thomas Hartmann lobend über den Jugendlichen, der schon für die U 18 der Piraten aufläuft. Und das mit 13 Jahren. Zusammen mit fünf weiteren CVM-Nachwuchsspielern steht er auch in der Landesauswahl von Sachsen-Anhalt. Vielleicht können sie ja eines Tages in der Bundesliga für ihren Verein spielen.

Auch wenn die Piraten im Nachwuchsspielbetrieb mittlerweile gut aufgestellt sind, "wir sind immer auf der Suche nach neuen interessierten Kindern", sagt Nachwuchstrainer René Herzig. Fußballer sind da nicht ausgeschlossen.