Bradley Lawson auch in Moers aggressiv und zuverlässig (Archivbild)

Mit dem Schwung aus dem grandiosen 3:0-Erfolg gegen Friedrichshafen und der Gewissheit, dass erst ein Erfolg über den Pokalfinalisten Moerser SC den Heimsieg gegen Hafen im Blick auf die Tabelle so richtig wertvoll macht, sind die Piraten zur Neueröffnung des Moerser „ENNI“-Sportzentrums an den Rhein gereist. Dass es am Ende ein deutlicher 3:0 (25:21, 26:24, 25:18)-Erfolg wurde ist äußerst erfreulich und lässt den Kampf um die günstigste Ausgangsposition in den PlayOff-Spielen noch spannender werden. Die Moerser dagegen müssen eine Jubelfeier in ihrem schicken neuen „Adlerhorst“ noch etwas verschieben und wurden von den Piraten vorerst auf Tabellenplatz acht verwiesen.

Mit einem Handicap mussten die Piraten die Reise an den Niederrhein dennoch antreten. Florian Völker hatte sich in der Trainingswoche eine gehörige Grippe eingefangen und sollte auf Anweisung der medizinischen Abteilung den Kontakt zu den Teamkollegen möglichst meiden. Für ihn nahm diesmal Christian Laux, Zuspieler der Piratenreserve, nicht auf der Scouter- sondern auf der Spielerbank Platz. Nach drei gemeinsamen Trainingseinheiten mit der Bundesligatruppe konnte „Lauxer“ nach eigenen Angaben fast nicht mehr laufen, nahm aber dennoch die Herausforderung gern an. Gehandicapt waren aber auch die Moerser Gastgeber, da mit Olieman und Wegter zwei wesentliche Stützen des Teams verletzt waren und Steve Keir ebenfalls grippegeschwächt antreten musste. Somit verschob sich die Favoritenrolle schon vor der Partie etwas in Richtung Spergau. Und diese nahm die Münz-Truppe auch an. Mit druckvollen Aufschlägen setzte man den Gastgeber von Beginn an gehörig unter Druck und servierte gleich im ersten Durchgang drei Asse. Bis zum 16:15 konnten die Moerser zwar noch gegenhalten, scheiterten aber in der Folgezeit wiederholt am gut disponierten Piratenblock. (Hier gibt es noch eine schöne Bilderserie vom Spiel in Moers!)

In Runde zwei legten die Piraten dann noch einmal nach. Weiter druckvoll im Aufschlag (erneut drei Asse) waren nun auch die eigenen Angriffe etwas effektiver. Helbig und Lawson schossen sich langsam frei und auch Sebastian Hähner profitierte mit einer fast 50%-igen Trefferquote vom umsichtigen und variablen Passspiel von Regisseur, Oliver Binder. Die Mittelleute Augustyn und Hooi, der selbst vor zwei Jahren noch für Moers am Netz stand und bei den Piraten zum wertvollsten Spieler des Abends gewählt wurde, sorgten durch ihre ständige Präsenz für zahlreiche Löcher im Moerser Block und steuerten gemeinsam 20 Punkte zum Erfolg bei. Der letzte Durchgang des Abends war dann bereits mit der ersten technischen Auszeit entschieden. 8:2 zeigte die nagelneue Anzeigetafel für die Piraten. Und diesen komfortablen Vorsprung ließ sich die sehr harmonisch wirkende Münz-Crew nicht mehr nehmen.

Chistian Laux jedenfalls war froh darüber, angesichts seines Muskelkaters nicht zum Einsatz gekommen zu sein: „Ich möchte lieber wieder zurück auf meinen Scouterplatz“, schnaufte er nach dem Spiel tief durch. Angesichts des verletzungsfreien Spiels und der langen Genesungszeit für Florian Völker dürfte ihm Chefcoach Matze Münz diesen Wunsch gegen den VC Dresden am kommenden Samstag auch gern erfüllen.