Hafen unter Druck in Spergau - auch in diesem Jahr?

Nach knapp vier Wochen Abstinenz haben die Piraten am Wochenende nun endlich wieder ein Heimspiel in der Jahrhunderthalle Spergau. Die aufwändige Reisetätigkeit hat damit vorerst ein Ende. Rottenburg, Berlin und Unterhaching waren die Ziele um die Jahreswende. Und die Erfolge konnten sich sehen lassen. Aus Rottenburg kehrte die Münz-Truppe mit einem 3:1-Erfolg zurück, gegen den in dieser Saison noch ungeschlagenen amtierenden Deutschen Meister, BR Volleys, zog man sich achtbar aus der Affäre und in Unterhaching schrammten die immer besser in Form kommenden Piraten mit 13:15 im Tie-Break unglücklich an einer Überraschung vorbei. Der Rekordmeister, VfB Friedrichshafen, kommt daher gerade zum richtigen Zeitpunkt nach Mitteldeutschland und die Fans können sich endlich wieder auf eine heiße Schlacht im „Piratennest“ freuen.

Dass die Piraten in dieser Saison durchaus in der Lage sind gegen die „Großen“ des deutschen Volleyballs mitzuhalten, haben Sie schon mehrfach bewiesen. Am Ende fehlte dann aber meistens das Quäntchen Glück, um den Bock endgültig umzustoßen und die Augenhöhepartien auch zu gewinnen. Die letzte hauchdünne 2:3-Niederlage bei den Randmünchnern, Generali Haching, bezeichnete Chefcoach Matze Münz zwar als „Worst Case, da nunmehr die Teams aus der gleichen Tabellenregion wie wir doppelt gewarnt sind". Sie zeugt aber gleichzeitig auch vom gewachsenen Selbstwertgefühl der Mitteldeutschen, was eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg in der heißen Endphase der Hauptrunde sein wird. Mit Friedrichshafen wird der Endspurt eingeläutet und im Februar folgen dann drei weitere Heimspiele.

Die Häfler haben in dieser Saison so einige Probleme richtig in Tritt zu kommen und konnten bisher nicht an die sonst so überzeugenden Auftritte der vergangenen Jahre anknüpfen. Früh im Pokal gegen evivo Düren ausgeschieden und auch in der Gruppenphase der Champions League hängen geblieben gilt ihre gesamte Konzentration nun der Meisterschaft. Der größte Vorteil des wirtschaftlich bestens aufgestellten Clubs gegenüber den Spergauern ist zweifelsfrei die Möglichkeit, auf personelle Probleme schnell reagieren zu können. So konnte man im Dezember Außenangreifer Sebastian Krause als Ersatz für den langfristig verletzten Victor Batista verpflichten. An der Verpflichtung Krauses als ehemaligen Punktgaranten der Netzhoppers waren die Piraten vor der Saison selbst interessiert. Dieser zog jedoch ein Engagement in Griechenland vor. Nunmehr ist er am Bodensee gestrandet und kommt dort immer besser in Form. Im letzten Spiel gegen Bühl verletzte sich dann noch Diagonalspieler Ventzislav Simeonov am Knie und wird möglicherweise länger ausfallen. Simeonow war es, der den Piraten beim Gastspiel am Bodensee den greifbaren Sieg durch drei entscheidende Punkte in Folge verwehrt hat. Doch die Bank von Stelian Moculescu ist sehr tief. Sicher wird auf dieser Schlüsselposition der Österreicher Thomas Zass, ein Teamkollege von Oliver Binder und Phillip Ichovski im Nationaldress der Alpenrepublik, auflaufen.

 Die Piratenfans können sich in jedem Fall auf eine interessante und vielleicht auch sehr enge Partie in Spergau freuen. Anpfiff ist 19:30 Uhr in der Jahrhunderthalle.