( Quelle: dpa )

Kurz aber achtbar. So könnte man die Niederlage des CV Mitteldeutschland (CVM) auswärts beim Tabellenführer, den Berlin Recycling Volleys, beschreiben. Die Volleyballer aus der Hauptstadt verbesserten in der Max-Schmeling-Halle vor 3 945 Zuschauern ihre makellose Liga-Bilanz auf 13 Siege in 13 Spielen.

Nach nur 73 Minuten war die Partie entschieden. Mit 20:25, 16:25 und 21:25 unterlagen die Spergauer in drei Sätzen. So schnell ging in dieser Saison kein anderes Liga-Spiel der Piraten zu Ende. Als der CVM im Hinspiel gegen Berlin verlor, da hielt das Team von Matthias Münz immerhin 76 Minuten dagegen. Doch die Spielzeiten kümmern den Piraten-Trainer Matthias Münz hingegen wenig: "Damit habe ich mich noch nicht befasst. Wichtig ist, wie wir auf dem Platz stehen und nicht wie lange."

Für den Manager der Piraten, Rick Wiedersberg, ist die Kürze des Spiels angesichts der gegnerischen Übermacht nicht tragisch: "Zu schnell ging es nicht. Die Jungs haben in Berlin ein gutes Spiel geliefert", sagte er über die erste Bundesliga-Partie im neuen Jahr. "Im dritten Satz haben wir sogar einmal kurz geführt", lobte er die Leistung der Mannschaft. "Doch wenn es eng wird, dann kann Berlin eben immer noch einen Schritt zulegen, und das können wir eben nicht."

Das hatte auch der Piraten-Trainer so erlebt: "Das Spiel war eine Achterbahnfahrt. Wir lagen im ersten und im letzten Satz bei 20 Punkten gleichauf, hatten teilweise richtig gut mitgespielt. Und dann war es irgendwie so, als ob Berlin noch einmal einen Gang höher schrauben kann", erinnert sich Matthias Münz. "Dem sind wir halt nicht gewachsen."

Dabei hatte er sich schon ein wenig mehr ausgerechnet, vielleicht einen Satzgewinn mit nach Hause zu nehmen. Denn als Berlin zu Spielbeginn gleich deutlich mit 10:3 vorn lag, da hatte Münz schon seine beiden Auszeiten aufgebraucht. Doch das Achtungszeichen des Trainers schien bei seinen Spielern Wirkung zu zeigen: Die Piraten arbeiteten sich im ersten Satz wieder heran und glichen zwischenzeitlich aus.

Doch mehr als Kampf sprang für den CVM nicht heraus: "Wir standen unter Dauerbeschuss, dadurch konnte sich zumindest jeder Spieler einmal in der Annahme auszeichnen", sah es Münz etwas optimistisch.

Immerhin handelt es sich bei den Berlin Recycling Volleys um den amtierenden Deutschen Meister, der in der Champions League mitspielt. "Und dafür war das Spiel in Ordnung", so Wiedersberg. "Man merkt halt, dass die Berliner stabiler sind, in der Annahme und beim Aufschlag." Viel wichtiger ist für den Manager, dass er eine geschlossene Mannschaft gesehen hat: "So langsam haben sie sich gefunden, das hat sich zum Anfang der Saison noch nicht so gezeigt."

Der CV Mitteldeutschland steht nach der gestrigen Niederlage weiterhin auf Platz sieben. Allerdings hat die Mannschaft derzeit zwei Spiele mehr als die Tabellennachbarn vom TV Rottenburg und dem TV Ingersoll Bühl auf dem Konto.