Erik Shoji kegelt alle um

Die Erleichterung ist ihnen anzusehen. Mit 3:2 (21:25, 25:22, 25:15, 21:25, 15:5) gewannen die Piraten ihre zweite Partie der Rückrunde in der heimischen Jahrhunderthalle Spergau. In mitten der Recken von Matze Münz steht Erik Shoji, der an diesem Abend mit spektakulären Abwehraktionen die Netzhoppers-Angreifer schier zur Verzweiflung brachte und dafür sorgte, dass die Piraten jede Menge Chancen für eigene Punkte hatten. Zu Recht wurde Shoji von Gästecoach Culic zum wertvollsten Piraten erkoren. Doch Erik war nicht der einzige, der in diesem spannenden und kampfbetonten Spiel über sich hinaus gewachsen ist.

Vor allem die Blockspezialisten waren über die gesamte Spielzeit hellwach. Durch insgesamt vierzehn erfolgreiche Abwehraktionen oberhalb der Netzkante gewannen die Piraten erst das zweite Mal in dieser Saison das direkte Duell auf diesem Sektor. Lawson und Hooi waren diesmal dabei besonders erfolgreich. Im ersten Satz, der 25:21 an die Gäste ging, reichte es aber noch nicht ganz, die abgeklärt und besonnen aufspielende Culic-Truppe zu bezwingen. Vor allem war die Annahme der Netzhoppers war in dieser Phase noch sehr stabil, doch in jeder Aktion merkte man den Piraten den unbedingten Willen zum Punktgewinn an. Dieser Funke der Begeisterung sprang natürlich schnell auf die Zuschauer über. Auch sie lieferten sich mit den zahlreich angereisten KW-Fans ein lautstarkes Trommelduell über fast zwei Stunden. Alle Achtung auch für diese Leistung.

In Runde zwei nahm die Piratenkogge dann richtig Fahrt auf. Schnell wurde eine 5:1-Führung herausgearbeitet, die bis zum 16:10 stetig ausgebaut werden konnte. Erst im letzten Drittel fiel der eine oder andere Ball auf Piratenseite auf den Boden, doch durch einige Wechsel durchkreuzte Matze Münz schnell die kurze Aufholjagt der Netzhoppers und ließ das Spiel nach dem 25:22-Satzerfolg von neuem beginnen.

Der vorläufige Höhepunkt der Partie war aus Piratensicht die zweite Hälfte des dritten Durchgangs. Eine fehlerfreie wenn auch nicht übermäßig präzise Annahme bildete den Ausganspunkt für eine Rally, die es in der Jahrhunderthalle bisher selten zu sehen gab. Aus einem 7:9-Rückstand spielten sich die Piraten in einen wahren Rausch. Nahezu alles gelang und bei der einen oder anderen einsatzstarken Abwehraktion ging schon mal eine Werbebande zu Bruch. Am Ende dieser Phase führten die Hausherren plötzlich 17:9 – die Vorentscheidung nicht nur in diesem Satz. Die Fesseln waren nun endgültig abgelegt und der Satz wurde souverän zu Ende gespielt.

Eine kurze Schwächephase am Ende des vierten Durchgangs kostete zwar noch einmal die Satzführung, doch keiner in der Halle zweifelte angesichts des kämpferisch starken Auftritts der Hausherren am endgültigen Erfolg an diesem Abend. Dass dieser dann im Tie-Break mit 15:5 so deutlich ausfiel, war aber dennoch nicht zu erwarten. Letztlich hat sich die Piratentruppe durch ihren engagierten und kämpferisch starken Auftritt selbst mit dem zweiten Sieg in der Rückrunde belohnt und nicht nur die Piratentruppe selbst war nach der Partie sehr erleichtert. Exmanager und Vereinsvorsitzender Peter Kurzawa jedenfalls umarmte MVP Erik Shoji bei der Auszeichnung recht herzlich.