Ab durch die Mitte - das neue Erfolgsrezept der Piraten?

VC Dresden gegen CV Mitteldeutschland 0:3 (23:25, 22:25, 18:25) – 79 Minuten – Wertvollste Spieler: VC Dresden: Phillip Collin – CVM: Jiri Stolfa. Das sind die nüchternen Zahlen, die letztlich in die Statistik eingehen werden. Doch so nüchtern und klar war das Spiel selbst bei Weitem nicht. „Das Spiel war zwei Sätze lang eine enge Kiste. Wir müssen lernen, mit der Favoritenrolle fertig zu werden. Damit hatten wir schon gegen Rottenburg und VCO Berlin unsere Probleme. Dennoch hat es Spaß gemacht, in Dresden zu spielen: tolle Halle, tolle Stimmung“, ließ Matze Münz nach dem Auswärtserfolg in der Margon Arena verlauten.

Damit hat der Chefcoach der Piraten zweifelsfrei den Kern des Spiels getroffen und die gegenwärtige Situation der Crew umrissen. Gegen die scheinbar übermächtigen Gegner, wie beispielsweise beim letzten Auswärtsspiel in Friedrichshafen, spielt die Truppe um Kapitän Jiri Stolfa frisch und frei von der Leber und bringt auch einen Serienmeister arg ins Straucheln. Doch geht es gegen die Underdogs der Liga fühlt man häufiger eine gewisse Unsicherheit in manchen Aktionen. Vor allem die Spieleröffnung mit dem Aufschlag ist häufig nicht so effektiv wie gewünscht. Zwar liegt die Fehlerquote im Vergleich zu vergangenen Spielzeiten deutlich niedriger, doch der geneigte Volleyballfan wünscht sich schon den einen oder anderen Wirkungstreffer beim Gegner. Ausnahmen bilden dabei Bradley Lawson und Christoph Helbig, die gemeinsam die Liste der besten Aufschläger die Liga anführen. 23 Mal schlugen ihre Aufschläge direkt in des Gegners Feld ein, doch die Signalwirkung auf die anderen Mitstreiter in der Piratencrew blieben bislang aus.

Signale in einem Spiel werden häufig auch über die Blockarbeit gesetzt. Hier gilt es zukünftig besonders aufmerksam zu arbeiten. Acht erfolgreiche Blockversuche pro Spiel sind keine überragende Quote, zumal die Gegner pro Spiel gegen die Piraten im Mittel 12 Punkte dieser Art erzielten. Dabei trägt Artur Augustyn mit über 41% aller erzielten Punkte am Netz bisher die Hauptlast des Piratenluftkampfes. Eine Trendwende scheint sich aber in den letzten Pflichtspielen anzubahnen. Sowohl gegen Friedrichshafen als auch gegen Dresden war die Erfolgsquote schon mal zweistellig – ein Fingerzeig in die richtige Richtung. Letztlich bleibt ein Blick in die Abteilung Attacke. Fleißigste Punktesammler im Team sind auch hier Helbig und Lawson. Mit 91 bzw. 83 Angriffspunkten rangieren beide unter den TopTen in Deutschland. Auch im Spiel gegen Dresden erzielten beide zusammen wieder über die Hälfte aller Angriffspunkte, fanden aber mit Jairo Hooi, der über die Mitte elf Punkte erzielte und damit vier von fünf Versuchen im gegnerischem Feld unterbrachte, eine große Stütze. Hooi führt mit insgesamt 51 Treffern die Scorerliste der „Mittelblocker“ der Liga an.

Voller Einsatz in Annahme und Abwehr - Erik Shoij

Großen Anteil an diesem Erfolgsrezept über die Mitte haben aber zweifelsfrei die Annahme- und Abwehrstrategen Erik Shoji und Jiri Stolfa. Vor allem der Neuzugang der Spergauer aus Hawaii schaufelt mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks die Annahmen und die Hände der Piratenzuspieler und wird zu Recht als zweitbester Annahmespieler der Liga geführt.

 Dennoch bleibt als Fazit: Trotz aller hoffnungsvollen Piratenstatistiken - am Ende zählt stets das Ergebnis und das hat im Spiel gegen die Elbflorenzer Aufsteiger in jedem Fall gestimmt.