Teamwork der Piraten

So richtig kann keiner der Spergauer Trainercrew die aktuelle Spielstärke der Adler vom Moerser SC einschätzen. Mit wechselhaften Ergebnissen ist man in die Saison gestartet. Nach einem Zittersieg beim Aufsteiger VC Dresden, der Heimpleite gegen Düren, einem 70 Minuten-Desaster beim Deutschen Meister Berlin und einem knappen Heimerfolg gegen den z.Z. außer Form spielenden TV Bühl ist die Truppe von Chefcoach Chang Cheng Liu unmittelbarer Tabellennachbar der Piraten. Am Mittwoch quälten sich die Moerser dann noch mit einem mühsamen 3:1 beim Zweitligisten TuS Durmersheim ins ¼-Finale des DVV-Pokals. Die Piraten dagegen scheinen nach der 2:3-Wimpernschlagniederlage beim Rekordmeister Friedrichshafen und dem Kantersieg im Pokalderby gegen L.E. Volleys vor Selbstbewusstsein zu strotzen. Die Ausgangslage vor dem Spiel ist also sehr diffus und birgt sowohl große Chancen als auch große Gefahren.

Die Chancen liegen zweifelsfrei darin, dass die Piraten von Spiel zu Spiel besser zueinander finden. Herausragende Einzelkönner gab es noch nie im Spergauer Team. Dagegen ist deutlich zu sehen, dass die mannschaftliche Geschlossenheit stetig wächst. Dem Gegner fällt es zunehmend schwerer, Schwachstellen im Piratenspiel zu finden. Vor allem der Annahmeriegel mit Stolfa, Lawson und Shoji ist nicht mehr so einfach zu verunsichern, wie es noch vor Jahresfrist häufig der Fall war. Im Schnitt der letzten Spiele brachten die drei Annahmespezialisten fast 60% der Aufschläge der Kontrahenten ausreichend präzise in die Hände von Zuspieler Oliver Binder, der seinerseits die Aktivposten Augustyn und Hooi über die Mittelpositionen einsetzen kann. Das Spiel der Piraten ist somit wesentlich schneller geworden als in den vergangenen Jahren – vielleicht diesmal das Erfolgsrezept auch gegen die Adler aus dem tiefen Westen des Landes.

Die Gefahren dieser Partie liegen zweifelsfrei in der Unberechenbarkeit des Gegners. Die wechselhaften Leistungen in dieser Saison sind für den Vorjahrshalbfinalisten der PlayOffs äußerst unbefriedigend. Die taktische Marschroute der Gäste ist schwer einzuschätzen, zumal Liu – seinerzeit selbst einer der besten Zuspieler der Bundesliga – mit Neumann, Janssen und Freriks gleich drei unterschiedliche Zuspielertypen zur Verfügung stehen. Und letztlich spricht auch die Gesamtbilanz der letzten fünf Jahre für den Moerser SC. Von den zehn Bundesligapartien konnten die Piraten bisher erst zwei für sich entscheiden.

Statistiken sagen aber nichts aus über die Ausgangssituation vor dem aktuellen Spiel am morgigen Samstag um 19:30 Uhr in der Jahrhunderthalle Spergau. Die Chancen stehen 50:50! Den fehlenden Prozentpunkt sollte das treue Piratenpublikum selbst machen. Tickets für das Spiel gibt gleich hier!