Von Ronny Banas - MZ ( Medienpartner des CVM )

Manchmal muss man als Trainer auch ein Bremser sein. Zum Beispiel dann, wenn es darum geht, die Stimmung vor einem Derby nicht allzu hoch kochen zu lassen. Bei Matthias Münz, Coach der Spergauer Volleyballer, hört sich das dann so an: "So ein Derby ist eigentlich mehr etwas für die Zuschauer. Die Spieler sind da nicht so emotional." Das mag stimmen, auch, weil ein Großteil seiner Mannschaft noch nie gegen den Gegner von Mittwoch gespielt hat, wie er beteuert. Aber Derby ist nun mal Derby. Mittwochabend treffen die Piraten auf die L.E. Volleys, den Nachfolger des VC Leipzig, gegen den die Spergauer von 2007 bis 2009 umkämpfte Partien bestritten. Am Mittwoch nun heißt es: Zweite Liga gegen erste Liga. Die Piraten sind der glasklare Favorit. Daran lässt auch Münz keinen Zweifel. "Wir spielen eine Liga höher. Das merkt man schon. Der Unterschied besteht in der Konstanz. Und die müssen wir heute zeigen." Wie das gelinge, werde man sehen.

Wenn seine Mannschaft so auftritt wie gegen Friedrichshafen am Sonnabend, sollte ein Weiterkommen nur eine Formalie sein. Aber Leipzig ist nicht Friedrichshafen und der Pokal mit der Liga manchmal nicht zu vergleichen. Es ist vertrackt. Da fährt man am Wochenende zur Übermannschaft in der Liga, genau wissend, dass man dort kaum eine Chance hat. Vier Tage später ist man beim nächsten Auswärtsspiel der Favorit. Vom Jäger zum Gejagten. Für den einen oder anderen Trainer kann dies durchaus ein Problem werden. Es ist nun mal bekannt, dass man sich manchmal schwer tut, die Kurve zu kriegen und sich plötzlich schwer auf niederklassige Gegner einstellen kann.

Nicht so für Matthias Münz. "Meine Jungs sind Profis, die wissen, dass sie in jedem Spiel alles geben müssen", sagt er. Ganz der Bremser eben. Man trainiere wie gehabt. Extra-Einheiten gab es nicht. Eine Videoanalyse stand am Dienstag an. Münz: "Wir wissen schon, wie wir sie knacken könnten und werden das im Spiel umsetzen." Es sei ein Spiel wie jedes andere, betont er. Die Partie beim VfB Friedrichshafen sei abgehakt, der nächste Gegner in der Liga, der Moerser SC, spukt schon in den Köpfen herum. Da kommt ein Spiel, bei dem man sich Selbstvertrauen holt, wie gelegen. Ein Ausrutscher zwischen zwei wichtigen Ligaspielen ist nicht eingeplant. Dass die beiden Partien in der Bundesliga gegen Moers und in der Woche darauf gegen den Dresdner SC schon so etwas wie eine Richtung vorgeben könnten, wie es in der Saison weitergeht, daraus haben sie zuletzt keinen Hehl gemacht. Ein Erfolgserlebnis am Mittwoch nehme man gern mit, sagt Münz. "Dabei ist es egal, ob es Pokal ist oder nicht." Spiel ist Spiel, Sieg ist Sieg , der Gegner spiele dabei keine Rolle. Auch nicht, wenn es ein Derby ist. Los geht es 20 Uhr.