Favoritenstürze sind in jeder Sportart etwas Besonderes. Etwas schneller laufen, etwas höher springen, etwas besser treffen oder manchmal auch nur ein Quantum mehr Glück, und schon hat man den Favoriten besiegt. Zweimal ist das den Piraten in heimische Halle ja bereits gelungen, den Serienmeister VfB Friedrichshafen zu bezwingen, doch zum dritten Streich in den fremden Gefilden am Bodensee fehlte diesmal das benötigte Quäntchen Glück. Florian Völker schlug beim 14:13 zum Matchball im Tie-Break auf. Bereits im zweiten Satz servierte er ein Ass zur zwischenzeitlichen 2:0-Satzführung der Spergauer. Doch diesmal reichten die Konzentration der Häfler und das genaue Auge des 1. Schiedsrichters aus, die Sensation zu verhindern. Hätte der erste Schiedsrichter Edgar Schmitt beim Stande von 14:13 für die Piraten seinen Linienrichter nicht überstimmt, dann wäre die Sensation perfekt gewesen. VfB-Diagonalangreifer Ventzislav Simeonov schlug den Ball hart und traf die Finger von Jiri Stolfa. „Ich habe ihm fast die Hand umgebogen“, sagte Simeonov der Schwäbischen Zeitung. Während der Linienrichter die Berührung nicht sah, war der erste Schiedsrichter hellwach. Simeonov machte auch die restlichen zwei Punkte für den VfB zum 16:14 und verhinderte die erste faustdicke Überraschung der Saison. Die Piraten traten die lange Heimreise in jedem Fall zufrieden an. „Unsere Formkurve zeigt trotz der 2:3-Niederlage am Bodensee ganz deutlich nach oben. Jetzt kommen die Spiele, die wir gewinnen können und werden“, konstatierte Manager Rick Wiedersberg und verwies auf das Pokalspiel am Mittwoch, 20.00 Uhr gegen L.E. Volleys in der Brüderstraße sowie auf das nächste Heimspiel am Samstag, 19:30 Uhr gegen den Moerser SC in der Jahrhunderthalle Spergau.