Von Ronny Banas - MZ ( Medienpartner des CVM )

Ein bisschen ist es so, als würden die Spergauer Volleyballer heute einen Ausflug in eine andere Welt machen. Alles größer, alles besser, alles noch einen Tick professioneller. Die Mannschaft von Trainer Matthias Münz muss in der Bundesliga beim Flaggschiff des deutschen Volleyball ran, dem VfB Friedrichshafen. Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Zwölf Mal Deutscher Meister, davon sieben Mal in Folge, elf nationale Pokalsiege, 2007 gewann der VfB die Champions League. Der Spergauer CVM wirkt dagegen wie ein Zwerg. Entsprechend bescheiden sind die Erwartungen an das Spiel. "Wir wollen spielerisch einen Erfolg feiern. Selbst wenn am Ende nichts Zählbares dabei herauskommen sollte", sagt Münz.

Wohl wissend, dass alles andere einer Sensation gleichkäme. Das Augenmerk der Spergauer liegt auf den Spielen danach. Gegen Moers und Dresden soll gepunktet werden. Um dem VfB das Wasser reichen zu können, braucht es vermutlich noch ein Weile. Vielleicht könnte Christoph Helbig den Piraten helfen, Friedrichshafen demnächst noch besser zu verstehen. Und auch dabei, den CVM in ähnliche sportliche Sphären zu katapultieren. Der 28-Jährige beschäftigt sich in den kommenden Monaten wie kaum ein anderer mit den Friedrichshafenern. Helbig schreibt seine Studium-Abschlussarbeit über Sport-Management. Thema: Strukturanalyse zweier professioneller Volleyballvereine. Klingt spannend und ist es auch, wenn man Helbig glauben mag. "Die Vereine sind im Grunde gleich, aber doch liegen Welten dazwischen", sagt er. Wie diese Welten aussehen, darüber wird er nun forschen. In Büchern und am Computer. Gegnerbeobachtung der anderen Art. Normalerweise müsste das alles für Helbig kein Problem sein, immerhin stand er in der Saison 2007 / 2008 schon im Kader der Friedrichshafener, bevor er zum CVM wechselte. Der Mann weiß also, wovon er bald schreibt. Und gegen wen er heute spielt. Ob dies ein Vorteil ist, da ist Matthias Münz eher zurückhaltend. "Das ist schon eine Weile her, dass er dort gespielt hat. Da ist inzwischen alles anders geworden."

Also müssen sie es noch ohne Helbigs Extra-Hilfe schaffen. Bis auf den verletzten Sebastian Hähner, bei dem man laut Münz nichts riskieren will, stehen alle Gewehr bei Fuß.

Es wird sich zeigen, wie sich Helbig und seine Mannschaftskollegen heute gegen den Liga-Krösus schlagen und was am Ende herausspringt. Eins steht aber fest. Bei den nächsten Aufeinandertreffen kann man ihnen zumindest nicht vorwerfen, sie hätten sich nicht genug auf den Gegner vorbereitet.