Von Heinz Böttger - MZ ( Medienpartner des CVM )

or dem nächsten Champions League-Spiel am kommenden Mittwoch in Unterhaching hatte der deutsche Vizemeister der letzten Saison, Generali Haching, sein Punktspiel beim CV Mitteldeutschland am Samstagabend in der Spergauer Jahrhunderthalle zu bestreiten. Natürlich wollten die Bayern mit einem schnellen 3:0 möglichst Kräfte für die Aufgabe in der europäischen Königsklasse sparen. Aber ganz so glatt lief es dann doch nicht ab. Beim 1:3 (19:25, 25:21, 18:25, 17:25) wehrten sich die Piraten redlich, setzten mit dem Satzgewinn einen beachtenswerten Warnschuss ab.

"Wir wollen so schnell wie möglich bei den Piraten Fuß fassen", hatten die beiden österreichischen Nationalspieler Oliver Binder und Philip Ichovski versprochen, als sie als Neuverpflichtungen ins Training bei den Mitteldeutschen vor dem Saisonstart einstiegen. Und das ist ihnen ganz offensichtlich recht gut gelungen. Besonders Zuspieler Binder ist mittlerweile eine feste Größe im Spiel der Spergauer geworden. "Wir haben uns gut eingelebt. Es passt schon", bestätigt er. "Von Woche zu Woche wird es auch auf dem Spielfeld besser. Und menschlich sind wir in ein gutes Team gekommen", fügt er an. Die höchste deutsche Spielklasse haben die Österreicher natürlich auch schon in der Vergangenheit interessiert beobachtet. Nun machten sie am Samstag das erste Mal sportliche Erfahrungen mit Generali Haching, einem Mitfavoriten um die Meisterschaft. "Und wir haben uns recht gut verkauft", war sich Binder am Ende sicher.

Dabei gelang den Gastgebern in Satz eins eine recht passable Startphase (6:6). Erst mit zunehmender Spielzeit rissen die Bayern das Geschehen an sich. Mit entscheidend dafür war die bessere Aufschlagquote der Gäste. Beim 19:23 holten sie in einer Auszeit noch einmal Schwung für den Schlussspurt zum 19:25-Satzgewinn. In Durchgang zwei ging es wesentlich enger zu. Artur Augustyn, der am Ende der Partie zum besten Piraten-Spieler gekürt wurde, blockte einige Male spektakulär und setzte auch mit einem Schmetterschlag über die Mitte den entscheidenden Punkt zum 25:21-Satzgewinn. Nach dem 18:17 hatten die Piraten die Führung nicht mehr abgegeben. Dieser Satzausgang hatte bei den Gästen doch Wirkung hinterlassen. "In der folgenden Pause redete unser Trainer Mihai Paduretu noch einmal Klartext", verriet nach Spielende Hachings Diagonalangreifer Simon Hirsch.

Besonders bei dem 2,05 Meter großen Hachinger Diagonalangreifer, der 65 Junioren-Länderspiele für Deutschland absolviert hat, hinterließ dies Wirkung. Der 20-Jährige avancierte zum besten Akteur des Vizemeisters. Seine Schlaghöhe bei Angriffsaktionen und seine harten Aufschläge waren frappierend. Aber auch im Block war der Hüne kaum zu bezwingen. Sebastian Helbig machte einige Male diese Erfahrung, als ihm Hirsch gegenüberstand. Obwohl sich die Piraten nicht aufgaben, um jeden Punkt fighteten, ließen sich die Hachinger nicht vom Satzgewinn abbringen (18:25) und zeigten auch im vierten Durchgang eine konzentrierte Leistung. Noch einen Satzverlust wollten sie sich nicht leisten. Besonders Hirsch setzte entscheidende Akzente, dürfte in solch einer Form sicher auch für die Auswahl einmal ein Thema werden.

"Unsere Leistung war recht ansprechend, wenngleich wir natürlich noch Reserven haben. Aber schließlich haben wir einem Meisterschafts-Mitfavoriten einen Satz abgenommen", zeigte sich Piraten-Trainer Matthias Münz am Ende recht versöhnlich. "Natürlich war Haching bei den Aufschlägen und in der Annahme besser", fügte er an. Auch seinen österreichischen Zuspieler Binder sieht er auf einem guten Weg. "Er hat seinen Platz gefunden und wird im Team anerkannt", meint der Piraten-Coach.