Von Jan-Ole Prasse - MZ ( Medienpartner des CVM )

Männersport muss körperbetont und hart sein. Zweikämpfe, Grätschen, Gerangel. Nur was für richtige Kerle. So zumindest lautet die landläufige Meinung. Und wenn es denn wirklich so ist, dann will Volleyball in dieses Schema so gar nicht passen. Pritschen, Baggern und Schmettern - und definitiv überhaupt keine Zweikämpfe oder Grätschen.

"Klar hört man dieses Vorurteil häufiger: Volleyball ist ein Mädchensport, ohne Körperkontakt", sagt Sebastian Hähner. Gerade von Fußballern und Handballern komme diese Häme immer mal wieder.

Hähner spielt für das Bundesliga-Team des CV Mitteldeutschland. Und er weiß es besser. Am vergangenen Wochenende hat der Außenangreifer am eigenen Leib die Härte seines Sports zu spüren bekommen. Im Spiel gegen die Netzhoppers KW-Bestensee hat er sich eine Muskelüberdehnung und einen leichten Einriss im Oberschenkel zugezogen. "Da läuft auch ein bisschen Blut rein", erzählt der 25-Jährige. In den kommenden Spielen gegen die Spitzenteams Haching und Friedrichshafen wird Hähner deshalb fehlen.

Die Muskelverletzung war aber nicht das einzige Malheur. Schon am Tag zuvor war er gegen Berlin bei einem Rettungsversuch in die Bande gekracht. Der unfreiwillige Crash hinterließ einen kräftigen blauen Fleck an der Hüfte. "Die fühlte sich an wie Brei", meint Hähner. Und überhaupt: Volleyball sei im Vergleich zu anderen Sportarten weit belastender für den Körper. Schulter, Knie, Fußgelenke. Alles wird beansprucht und in Mitleidschaft gezogen. "Ärzte sagen immer: Was die Belastung angeht, ist Volleyball das Schlimmste für den Körper", erzählt Hähner. Ganz im Gegensatz zum Vorurteil gilt also: Volleyball, ein Sport für harte Kerle.

Das Problem dabei: Es kommt im Fernsehen so nicht rüber. Dort wirkt Volleyball immer sehr leicht und unangestrengt. "Aber wer das einmal live in der Halle miterlebt hat, der verliert die Vorurteile", so Hähner. Schließlich müssen die Spieler auch mal bei einer Rettungstat ins Publikum springen.

Und diese Belastung erleben Volleyballer nicht nur einmal in der Woche. Innerhalb von fünf Tagen haben die Piraten drei Spiele absolviert. Dazu trainiert die Mannschaft zweimal am Tag etwa zwei Stunden. "Auch am Spieltag waren wir morgens noch in der Halle", so Hähner. Fußballer stöhnen schon über zwei Partien in einer Woche.

Vor dem Heimspiel am Samstag gegen Generali Haching (19.30 Uhr) hat Trainer Matthias Münz seinem Team zwei Tage am Stück freigegeben. "Das war nach diesem Kraftakt wichtig." Für die Partie selbst rechnet sich der Trainer dennoch keine großen Chancen aus: "Als krasser Außenseiter können wir befreit aufspielen und uns beispielsweise mit einem Satzgewinn ein bisschen Selbstbewusstsein holen." Gleiches gilt für das Spiel danach gegen Friedrichshafen.

Unabhängig vom Ergebnis, zumindest können seine Spieler ein bisschen durchschnaufen. Zwischen den Partien liegt zumindest mal eine ganze Woche.