Sebastian Hähner - hier in Aktion in KW verletzt

Den Piraten blieb nach dem Auftaktsieg gegen Rottenburg keine Zeit, ausgiebig zu regenerieren oder gar zu feiern. Der Spielplan im Oktober ist zu eng dafür. Bereits am Wochenende standen gleich zwei schwere Auswärtsspiele auf dem Spielplan. Bereits am Samstag wurden die Piraten von der unbeschwert aufspielenden Juniorennationalmannschaft des DVV über fünf Sätze gefordert. Als VC Olympia Berlin darf dieses Team mit einem Sonderspielrecht in der ersten Bundesliga starten. Am Ende atmeten die Piraten tief durch als der letztlich verdiente 3:2 (25:27, 25:16, 23:25, 25:18, 15:11) feststand. Knapp 24 Stunden später und 43 km südlicher bekam die Piratenkogge von den Netzhoppers KW-Bestensee starken Gegenwind und unterlagen mit 1:3 (20:25, 18:25, 25:22, 22:25). Zu allem Unglück verletzte sich Hauptangreifer Sebastian Hähner bereits im ersten Satz gegen die Netzhoppers am Oberschenkel und schwächte somit die Offensivabteilung der Münztruppe erheblich.

Die Probleme der Piraten lagen aber weniger in der Durchschlagskraft am Netz. Lawson und Helbig sammelten über Außen ebenso fleißig Punkte wie Artur Augustyn über die Mitte. Die Probleme in der Landkostarena Bestensee lagen eher in der sehr überschaubaren Blockeffektivität der Piraten. Ausgehend von den zwar fehlerarmen aber zu wenig druckvollen Aufschlägen konnten die Netzhoppers nach Belieben kombinieren und rissen riesige Löcher in den Spergauer Block. Die Feldverteidigung um Libero Erik Shoji war damit schlichtweg überfordert und fischte zwei Sätze lang im Trüben. Erst im dritten Durchgang sortierte sich die Piratencrew etwas besser, setzte den Annahmerigel der Gastgeber mit taktischen Flatteraufschlägen unter Druck und erarbeitete sich systematisch eine Fünfpunkteführung. Dennoch wurde die Partie nach und nach immer hektischer und beide Teams litten darunter, dass den Schiedsrichtern die Partie scheinbar etwas zu schnell war. Die Unmutsäußerungen mündeten schließlich in einer gelben Karte für Mister Zuverlässigkeit in Person der Gastgeber, Arvid Kinder, die aber letztlich nicht zur Beruhigung der Situation auf dem Parkett beitrug. Verdient ging der dritte Satz dann mit 25:22 nach Spergau.

Nach und nach schienen die Piraten dann die richtige Einstellung gefunden zu haben und setzen ihren Kurs auch im vierten Abschnitt bis zur 5:1-Führung fort. Die Netzhoppers reagierten prompt und brachten für den ausgelaugten Kapitän Manuel Rieke mit Phillip Jankowski einen neuen Zuspieler. Dieser gestaltete den Satz wieder offen und traf letztlich bis zur 21:20-Führung die richtigen Entscheidungen für die Offensivabteilung der Netzhoppers. Äußerst ungl&¨cklich für die Piraten war dann aber eine Entscheidung des Schiedsgerichts nach einer spektakulären Verteidigungsaktion des Piratenliberos Erik Shoji. Diese Rettungsaktion wurde leider als „unsauberes Spiel“ interpretiert so dass der folgende 2-Punkterückstand zu groß war für einen weiteren Satzerfolg der Spergauer.

Die Niederlage ist ein kleiner Wehrmutstropfen und verhindert den Traumstart in die neue Saison, doch die Leistungen in Satz drei und vier geben Anlass zur Hoffnung für die nächste Heimpartie gegen Generali Haching am kommenden Samstag in der Jahrhunderthalle. Zu wünschen bleibt nur, dass die Verletzung von Basti Hähner nicht zu schwerwiegend ist.