Von Anke Losack - MZ ( Medienpartner des CVM )

Es hätte alles so schön sein können. Von drei siegreichen Spielen in den ersten fünf Tagen der Bundesliga-Saison haben die Fans und auch einige Verantwortliche des Volleyball-Bundesligisten Chemie Volley Mitteldeutschland (CVM) geträumt. Und dann als Tabellenführer mit 6:0-Punkten am kommenden Samstag ins Spiel gegen den Meisterschaftsfavoriten Generali Haching gehen. Das alles wäre möglich gewesen, wenn da nicht das Auswärtsspiel am Sonntag gegen die Netzhoppers KW-Bestensee gewesen wäre. Mit 1:3 (20:25, 18:25, 25:22, 22:25) unterlagen die Piraten und waren so nur für eine Nacht Tabellenführer. Diese Spitzenposition hatten sie sich am Samstag hart erarbeitet, als sie beim VC Olympia Berlin nach knapp zwei Stunden Spielzeit mit 3:2 (25:27, 25:16, 23:25, 25:18, 15:11) gewannen. "Schade", meinte Rick Wiedersberg, Manager der Piraten, "gegen KW ein Sieg und wir wären eine Woche lang Tabellenführer gewesen. Das wäre auch ein Zeichen an die Öffentlichkeit und unsere Sponsoren gewesen." So sind die Piraten Tabellendritter, vor Haching auf Platz vier. Doch Wiedersberg, selbst jahrelang aktiver Spieler, weiß woran es gelegen hat: "Unsere Blockarbeit war eine Katastrophe. KW war nicht besser. Wir haben die Punkte verschenkt." In den ersten beiden Durchgängen hatten die Gäste aus Spergau keine Chance, konnten dann auf 1:2 nach Sätzen verkürzen und lagen im vierten Satz mit 5:1 und 12:9 vorn. Den Vorsprung konnten sie aber nicht ins Ziel retten.

Bereits nach der Partie am Samstag gegen den VCO Berlin hatte der Manager die Blockarbeit kritisiert, obwohl es da zum knappen Erfolg reichte. Gegen die Hauptstädter, die zugleich Deutschlands Junioren-Nationalteam bilden, tat sich das Team von Trainer Matthias Münz auch schon schwerer als erwartet, verlor den ersten Satz mit 25:27. Im zweiten Durchgang übernahmen die Gäste ab Mitte des Satzes dann das Kommando und siegten souverän (25:16).

Im dritten Abschnitt erlebten die Zuschauer dann ein Wechselbad der Gefühle: Eine 8:5-Führung des CVM konterten die Junioren und gingen ihrerseits mit 16:13 in Front. Spergau kämpfte sich noch einmal heran, konnte aber den 1:2-Rückstand nicht mehr verhindern (23:25). Erst danach fanden die Spergauer zu ihrer gewohnten Leistung zurück und machten beim 25:18 kurzen Prozess. Auch im Tiebreak war der CVM voll auf der Höhe und gewann über die Zwischenstationen 5:1 und 10:5 am Ende deutlich mit 15:11. Auf Seiten der Gäste war Diagonalspieler Christoph Helbig mit 13 Zählern bester Punktesammler. In dieser Partie zog sich aber Außen-Annahme-Spieler Sebastian Hähner eine Verletzung zu, als er in eine Bande knallte. "Im Spiel gegen KW war dann seine Hüfte blau. Nach dem ersten Satz ist er komplett ausgefallen", so Wiedersberg.

Nach den drei Spielen in nur fünf Tagen haben die Piraten bis einschließlich Dienstag nun erst einmal trainingsfrei.