Christoph Helbig - MVP des Tages

Die Nervosität vor und in diesem Spiel war der Piratencrew sichtlich anzumerken. Jeder wusste, dass die Erfolge aus der Vorbereitung nichts mehr wert waren und über Bord geworfen werden mussten. Jetzt galt es, vor den über 1.200 erwartungsvollen Zuschauern Flagge zu zeigen und die gewachsene Leistungsstärke in einen Auftakterfolg umzusetzen. Nicht Jedem auf dem Feld gelang dies von Beginn an, doch letztlich erkämpfen sich die Piraten einen hochverdienten Erfolg mit 3:1 (26:24, 23:25, 25:21, 25:22) gegen den TV 1861 Rottenburg.

Bevor die Kogge jedoch Fahrt aufnehmen konnte wurden vier verdienstvolle Crewmitglieder herzlich vom Vorstand des Vereins verabschiedet. Mit Mark Siebeck und Christian Langer beendeten zwei Leistungsträger der letzten Jahre ihre sportliche Laufbahn und aus der medizinischen Abteilung bekamen Dr. Ute Schnell (Teamärztin) und Gisela Pfefferkorn (Physiotherapeutin) ihren letzten Beifall von den Rängen der Jahrhunderthalle. Pünktlich um 19.30 Uhr gab dann endlich das gute Schiedsrichterteam Ließ/Zander unter dem Jubel der Fans den Ball zum Auftaktmatch frei.

Nach dem ersten vorsichtigen Abtasten nahm die Piratenkogge mit einer Aufschlagserie des neuen Zuspielers Oliver Binder richtig Fahrt auf. Erst beim 6:1 bekamen die Gäste die gefährlichen Flatteraufschläge in den Griff und begannen ihren Teil zu einer über weite Strecken offenen „Seeschlacht“ beizutragen. Keinem Team gelang es, sich in der Folgezeit entscheidend abzusetzen. Vor allem konnten die guten Annahmen der Piraten durch eben die erwähnte Nervosität vieler Crewmitglieder nicht in Punkte umgewandelt werden. Rückkehrer Basti Hähner zitterte wiederholt das Händchen im Angriff und dieses Zittern übertrug sich systematisch auf das ganze Team. Dennoch blieb die Partie offen bis zur 21:20 –Führung der Gäste. Die entscheidende Phase war dann geprägt vom enormen Kampfgeist der Münz-Truppe, die unter dem frenetischen Jubel der Zuschauerschar letztlich den Auftaktsatz mit 26:24 für sich entschied. Durchgang zwei kippte dann in der Endphase zu Gunsten der Rottenburger, die letztlich von einer sinkenden Angriffseffizienz und wenig druckvollen Aufschlägen der Piraten profitierten.

Nach der 10-minütigen Spielunterbrechung, in der sich Spieltagpartner euro engineering aus Leipzig präsentierte, gingen die Spergauer dann konzentrierter zu Werke. Binder suchte zunehmend die starken Mittelangreifer Jairo Hooi und Artur Augustyn, die gemeinsam stolze 15 Punkte zum Teamerfolg beisteuerten. Den Rest erledigten dann die Hauptangreifer Christoph Helbig und Bradley Lawson mit einer mehr als soliden Erfolgsquote von 55%. Die Nervosität beschlich nun die Gäste aus Badenwürtemberg, die nach und nach ihre unbekümmerte Art Volleyball zu spielen verloren. Versuche durch Spielverzögerung und zu heftigen Emotionsausbrüche wurden durch das Schiedsgericht mit zwei gelben Karten bestraft. Letztlich war jedoch maßgeblich für die Erfolge der Piraten in Satz drei und vier, dass die Truppe zu keiner Zeit vergaß zu kämpfen – trotz Nervosität, Lampenfieber und gerade wegen der lautstarken Unterstützung der Fans. Das alles macht Lust auf mehr.