Urgestein Enrico Ehrhardt gegen Rottenburg

Sechs Monate hat die Generalüberholung der Piratenkogge gedauert - sechs Monate, in denen nicht nur der Anstrich am Bug ausgebessert, sondern das Schiff vom Kiel bis zu den Masten erneuert wurde. Die lange Zeit im Trockendock ist nun vorbei und die Kogge wird am Mittwoch um 19:30 Uhr in der Jahrhunderthalle Spergau vom Stapel gelassen. Die Piratencrew sticht in See und will in ihrer sechsten Erstligasaison endgültig zu neuen Ufern aufbrechen. Ein schlagkräftiges Team aus sechs Nationen hat sich Chefcoach Matze Münz zusammengestellt. Vieles aber nicht alles ist neu, denn ein Crewmitglied gehört seit Jahren dazu: Enrico Ehrhardt.

Im Programmheft der neuen Saison äußert sich „Urgestein“ Enno rückblickend auf seine nunmehr 10-jährige Vereinszugehörigkeit und seine Motivation für die neue Spielzeit mit den Worten: „Es ist die Bestätigung der Arbeit die man Jahr für Jahr geleistet hat und die Wertschätzung, die man mir entgegengebracht hat. Dies macht mich sehr stolz. Wenn man gut arbeitet bekommt man auch seine Chance im Spiel.“ Und Enno war ein Spieler, der vor allem in den Vorbereitungsphase auf die Saison gut und hart gearbeitet hat. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Vor Wochenfrist gelang gegen den tschechischen Vizemeister Dukla Liberec mit zwei Siegen der krönende Abschluss der Vorbereitungsphase. Nun gilt es, die gute Verfassung des Teams in einen Auftaktsieg gegen den TV 1861 Rottenburg umzusetzen. Doch Vorsicht ist in jedem Fall gegen das seit Jahren im Kern konstanteste Team der Liga geboten.

„Es geht wieder um Spaß und Begeisterung“, legt Rottenburgs Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger die Marschroute für die beginnende Saison der Badenwürtemberger fest und so mancher Piratenfan kann sich sicher an einige emotionsgeladene Partien gegen die Mannen aus der pinken Halle erinnern. Das Team aus dem „Ländle“ hat vor allem im Vorfeld der Saison einen großen Aderlass im Hinblick auf den wirtschaftlichen Background erlitten. Der Namensgeber und Hauptsponsor EnBW hat sich zurückgezogen und somit reiht sich Rottenburg nunmehr auch in die wirtschaftlich etwas schwächeren Vereine der Liga ein. Piratencoach Matze Münz warnt dennoch vor einem Unterschätzen des Teams. Als einziger unter den Bundesligatrainern traut Münz den Gästen zu, für Überraschungen in der Saison zu sorgen. „Das Team ist im Kern zusammen geblieben und die Erwartungen im Umfeld sind nicht übermäßig hoch“, bekundet Münz in der allgemeinen Trainerbefragung des Volleyballmagazins. Die Piraten wollen sich in heimischer Halle jedoch nicht überraschen lassen.

Für die Zuschauer hat das Piratenmanagement jedenfalls eine Überraschung vorbereitet. Es sollen einige ehemalige Mitstreiter der Piratencrew offiziell verabschiedet werden. Mit Peter Mayer, Mark Siebeck und Christian Langer haben drei wichtige Spieler ihre Laufbahn in Spergau beendet und sollen dafür gebührend gewürdigt werden und auch aus der medizinischen Abteilung werden mit Dr. Ute Schnell als ehemalige Teamärztin und Gisela Pfefferkorn als Physiotherapeutin zwei langjährige Mitarbeiterinnen verabschiedet.