Von Stefan Thomé - MZ ( Medienpartner des CVM )

Die 25 Mädchen und Jungen staunten nicht schlecht als Artur Augustyn und Jiri Stolfa die Sporthalle der Weißenfelser Herdergrundschule betraten. Die beiden Volleyball-Profis des Bundeserstligisten Chemie Volleys Mitteldeutschland (CVM) besuchten die Grundschüler im Rahmen eines Schnuppertrainings, welches vom Weißenfelser René Herzig und von Jan Kahlenbach, Co-Trainer des Spergauer Männerteams, am durchgeführt wurde.

Es war vor allem die stattliche Größe der beiden Männer, die die Knirpse beeindruckte. Der 25-jährige Augustyn misst genau zwei Meter und Stolfa (34) kommt auf ebenso stolze 188 Zentimeter. Dass beide aber echtes Fingerspitzengefühl für die Kleinen haben, zeigte sich schnell. Kein Wunder, denn Stolfa ist Vater zweier Töchter im Alter von vier sowie sechs Jahren und Augustyn hat einen vierjährigen Sohn. Stolfa betreut zudem in Spergau eine Anfängergruppe ab dem Jahrgang 2005. Wie selbstverständlich kniete er sich bei der ersten Übung mit den blau-gelben Volleybällen neben den noch nicht mal halb so großen Pierre Markowka, zeigte ihm die richtige Handhaltung und wie er den Ball optimal zu seinem Gegenüber, Duc Duy Pham, zurückspielt.

Bis dahin führte, wie am ganzen frühen Morgen, Herzig die Regie in der Halle. Der 30 Jahre alte gelernte Fitnesskaufmann spielt seit rund acht Jahren Volleyball im Verein und übt sein Hobby mit einem Team des TSV Leuna in der offenen Kreisklasse Weißenfels aus. Nachdem er zunächst als Übungsleiter beim SV Rot-Weiß Weißenfels tätig war, betreut er mittlerweile den männlichen Nachwuchs der Chemie Volleys. "Wir wollen die Kinder in Weißenfels für Volleyball begeistern", so Herzig. Mit der Herderschule und der neuen, sportbegeisterten Leiterin Felicitas Beutler sei ein richtiger Glücksgriff gelungen. Unmittelbar nach der Schnupperstunde einigte man sich auf drei Tage, an denen Herzig künftig nachmittags in der Sporthalle an der Nord- beziehungsweise Uhlandstraße Übungsstunden abhält.

"Bisher haben wir die Weißenfelser Jungen immer nach Spergau fahren müssen. Dass wir jetzt in die Herderschule gehen können, ist eine riesige Erleichterung", freute sich Herzig. Zunächst sollen die interessierten und talentierten Jungen im Liga-Spielbetrieb beim CVM unterkommen. "Bei sehr gutem Zulauf sind wir aber für Gespräche mit den Weißenfelser Vereinen jederzeit offen", betonte Herzig. Beim Landesoberligisten Rot-Weiß gebe es zum Beispiel schon eine Mädchengruppe, auf die Herzig verweist. Die werde donnerstags von Robert Lawrenz, Zusteller der ersten Mannschaft, von 17 bis 18.30 Uhr in der Filmeck-Halle trainiert.

Sicher sind sich Stolfa und Augustyn hingegen, dass das laute "Auf Wiedersehen", das die Kinder ihnen im Chor nach Ende der Stunde zuschmetterten, bald wahr werden wird. Denn sie luden die Klasse zum zweiten Heimspiel am Samstag, dem 27. Oktober, gegen Generali Haching in die Jahrhunderthalle Spergau ein.