Von Michael Bertram - MZ (Medienpartner des CVM)

Es gibt wirklich viele doofe Sprüche, die einem in den Kopf kommen könnten, wenn sich die "Pirates" aus Spergau in ein enges Boot zwängen und auf der Saale ihre Runden ziehen. Dass die Piraten in See stechen etwa, klingt da noch wie ein gewöhnlicher Fakt. Bei der kürzlichen Stippvisite der Chemie Volleys Mitteldeutschland beim Kanu-Club Bad Dürrenberg sprach manch einer aber auch vom Kentern und Untergang. Doch so schwarz wollte mit Blick auf die in knapp anderthalb Monaten startende Saison dann doch niemand ernsthaft malen.

Immerhin läuft die Vorbereitung laut Trainer Matthias Münz ja derzeit ordentlich. Der Ausflug auf das Wasser war als Abwechslung zu den harten Trainingseinheiten gedacht. "Wir wollen nach dem Training nicht immer gleich auseinander rennen, sondern auch danach noch Zeit miteinander verbringen", erklärt der Trainer. Der Wechsel vom Netz aufs Wasser war also eine Maßnahme, das Team zu einer Einheit zu formen und die Spieler im wahrsten Sinne des Wortes im gleichen Takt schlagen zu lassen. Zudem hat sich der Verein auf die (Piraten-)Flagge geschrieben, in der Region verstärkt Präsenz zu zeigen.

Wenige Tage vor dem vom Kanu-Club ausgerichteten Dickboot-Cup, sollten nun auch einmal die Volleyballer zeigen, was sie trotz zweier Trainingseinheiten täglich auf dem Kasten haben. Einige der Spieler wie Mittelblocker Artur Augustyn verfügten sogar bereits über Erfahrungen in den bis zu zwei Zentner schweren Booten. Vor zwei Jahren hatte er mit der Mannschaft bereits an dem Wettkampf teilgenommen. In diesem Jahr können sich die Volleyballer aufgrund eines Vorbereitungsturniers in Dresden vom 1. bis 2. September leider nicht mit den anderen Booten messen. Etwas skeptisch schaute zunächst Jairo Hooi, als ihm einfach ein Paddel in die Hand gedrückt wurde. "Ich weiß doch gar nicht, was ich machen muss", sagte der Holländer. Nachdem er die Instruktionen des vom Kanu-Club gestellten Steuermannes vernommen hatte, legte er sich zwar wie seine Kollegen mächtig ins Zeug, blieb aber weiter skeptisch: "Ich hasse es, etwas zu tun, was ich nicht kann - eine Sache macht erst Spaß, wenn man sie richtig gelernt hat."

Nach einer Runde auf der rund 250 Meter langen Strecke wechselte das Team dann durch. Während einige Spieler das Boot verließen, enterte der Piraten-Nachwuchs, der Zeitgleich mit Trainer René Herzig ein Trainingslager an der Saale absolviert das Boot, um mit den verbliebenen Profis zu einer zweiten Runde aufzubrechen.