Enrico Ehrhardt - voll auf Angriff

Ein Blick in die Vereinsanalen verrät, dass ein Name seit 2003 in jeder Mannschaftsliste des CV Mitteldeutschland geführt wird – Enrico Ehrhardt. Er ist der einzige noch aktive Bundesligaspieler, der bereits in der Regionalliga für die Mitteldeutschen aufgeschlagen hat. Alle sportlichen Höhen und Tiefen des Piratenteams bis in die Belletage des deutschen Volleyballs hat er miterlebt, vor allem aber mitgestaltet. Und Enno wird ein weiteres Jahr in der Jahrhunderthalle ans Netz gehen.

Mit zarten 20 Jahren wechselte der gebürtige Leipziger aus der 2. Mannschaft des VV Leipzig in die 1000-Seelengemeinde nach Spergau und wurde Teil der seinerzeit begonnenen Mission – Bundesligaaufstieg. Ad hoc gewann er in dieser Saison die Regionalmeisterschaft. Unter Viktor Borchtch wurde der knapp zwei Meter große Außenangreifer in der zweiten Liga zur emotionalen Leitfigur der Piraten. Jederzeit hochmotiviert bei der Sache, adrenalingeladen und hart an sich selbst arbeitend avancierte Ehrhardt zu einem der Publikumslieblinge in Spergau. Beim Aufstieg in die erste Liga 2007 gehörte Ehrhardt zur Stammsechs. Wie fest er mit der Vereinsgeschichte verwachsen ist zeigt sich auch an seinem phänomenalen Gedächtnis. Die Frage nach dem längsten Satz in der Spergauer Bundesligageschichte beantwortet er prompt: „42:40, Saison 2005/06 gegen Bocholt, zu Hause in der 2. Bundesliga“.

Der Erfolg des fast 29-jährigen kommt jedoch nicht von ungefähr. Mit eisernem Willen und einer bewundernswerten Ausdauer stählt Enno seinen Körper im Fitnessstudio. Im Sommer hält er sich mit Beachturnieren fit und verlangt von sich und seinen Mitspielern stets das Maximum. Vom Trainerteam wird ihm eine absolut professionelle Einstellung bescheinigt, ein Vorbild für jeden Teamkollegen. Um seine sportliche Zukunft ist es ihm nicht bange. „Ans Aufhören oder Kürzertreten denke ich bislang nicht“, ließ er zu diesem Thema verlauten. „Solange mich mein Körper nicht im Stich lässt möchte ich möglichst hochklassig Volleyball spielen. Vielleicht beantworte ich die Frage mit 35 anders, aber bis dahin freue ich mich auf jede neue Saison und werde weiter voll angreifen.“