SPERGAU/MZ. Als die Gastgeber vom CV Mitteldeutschland im ersten Satz der Partie gegen Moers am Mittwochabend beim Stand von 24:23 Satzball hatten, war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Die 800 Zuschauer standen und veranstalteten einen Heidenlärm. Eine Stunde später saßen sie betroffen auf ihren Plätzen, die Volleyballpiraten aus Leuna-Spergau hatten das Spiel soeben mit 0:3 abgegeben.

Ausgerechnet der bis dahin knallhart schmetternde Christoph Helbig brachte am Ende des ersten Abschnittes zwei Angriffe hintereinander nicht ins Ziel und Moers führte 25:24. Zweimal konnten die Gastgeber den Satzball abwehren, aber dann war der erste Durchgang mit 26:28 an die Gäste gegangen.

Dabei hatten die Piraten wirklich stark begonnen. Bis zum Stand von 8:8 konnte sich keine Mannschaft absetzen. Dann schlichen sich aber erste kleine Fehler ins Spiel ein, der Gegner konnte enteilen. Der CV kam zwar immer wieder heran, führte schließlich sogar 23:22 und 24:23, bekam aber weder in seine Annahme noch ins Zuspiel wirklich Sicherheit, um den vor allem psychologisch wichtigen ersten Satz zu gewinnen.

Der zweite Satz schien eine Kopie des ersten zu werden. Wieder blieb bis zum 8:8 und dann noch einmal bis zum 14:14 alles ausgeglichen. Dann setzte sich aber vor allem das exzellente Zuspiel von Dirk-Jan van Gendt durch. Er verteilte die Bälle an die beiden Holländer Bas Swinkels und Jairo Hooi sowie den nur 1,88 Meter großen Puertoricaner Juan Figueroa nahezu perfekt, und der Spergauer Block fand kein Mittel gegen deren Angriffe. So mussten die Piraten über ein 21:25 quittieren. Auch im dritten Satz blieb das Spiel bis 14:14 ausgeglichen, ehe sich erneut Moers durchsetzte und es 20:25 gegen die Spergauer stand.

Für Trainer Michael Mücke war die Leistung am Mittwochabend dennoch kein Rückschritt gegenüber dem, was die Piraten zuletzt in Bühl und davor beim Sieg über Düren und bei der 1:3-Niederlage gegen den SCC Berlin zustande brachten. "Moers ist eine sehr starke Mannschaft, hatte vor allem Vorteile in der sehr guten Abwehr", sagte Mücke nach dem Spiel. Daraus resultierte - gepaart mit dem Zuspiel - letztlich ein besserer Spielaufbau.

Doch es war nicht allein die Stärke des Gegners, die zu der Niederlage führte. Eine Vielzahl kleiner Fehler bei den Gastgebern ließ den Traum vom zweiten Heimsieg platzen. Nach ein, zwei gelungenen Aktionen gab es sofort die Rückschläge. Schwächen in der Annahme waren ebenso zu verzeichnen wie zu wenig Druck bei den Angaben. Auch Zuspieler Sebastian Kühner hatte in jedem Satz zwei oder drei Stockfehler. Michael Mücke nahm Kühner allerdings in Schutz. "Er ist noch ein junger Mann, hat noch nicht die Erfahrung, wie sie von van Gendt zu sehen war." Die Piraten werden sich steigern müssen, wenn sie am Sonntag beim Aufsteiger Gotha bestehen wollen.