SPERGAU/MZ. Wohlwollenden Beifall und Pfiffe der rund 900 Fans gab es am Samstagabend in der Spergauer Jahrhunderthalle nach dem Ende der Begegnung in der 1. Volleyball-Bundesliga zwischen dem Chemie Volley Mitteldeutschland und dem SCC Berlin, die 1:3 (29:27, 22:25, 20:25, 22:25) endete.

Der Beifall galt den CVM-Piraten für ihre couragierte Leistung gegen den aktuellen Spitzenreiter der deutschen Eliteliga. Die Pfiffe richteten sich gegen Schiedsrichter Hans-Dieter Gerriets (Duisburg), der im vierten Satz beim 21:22 und 21:23 zwei äußerst umstrittene Entscheidungen gegen den CVM getroffen hatte und damit den erhofften Entscheidungssatz verhinderte. "Es war für uns das erwartet schwere Spiel, von dem ich schon im Vorfeld gesprochen hatte", äußerte sich der Berliner Coach Marc Lebedew unmittelbar nach dem Ende der Partie. Und in die kamen die Gastgeber recht schwer hinein. Das Zusammenspiel klappte nicht wie gewünscht, und während der Berliner Block gut stand, agierte der des CVM recht unglücklich. So hieß es zwischenzeitlich 2:8. Aber die Mitteldeutschen fanden sich, kämpften sich heran. Mit einem harten Angriffsschlag von rechts fand Christoph Helbig die Lücke zum 15:15. Der Außenspieler bot insgesamt eine ganz starke Leistung. "Vielleicht war es die beste, seit er in Spergau ist", fand CVM-Scout Christian Laux.

Das Geschehen wogte nun auf und ab und riss die Fans von den Sitzen. Als beim siebenten Satzball der Schmetterschlag des überragenden Kubaners Salvador Hidalgo zu lang geriet, war der erste Satz für die Gastgeber gebongt (29:27).

Den zweiten Durchgang bestimmten von Beginn an über weite Strecken die Spergauer. Mit drei Punkten lag man teilweise vorn (16:13). Doch über das 17:17 brachte sich der Tabellenführer in Front. Zwar blieb es bis zum Satzende eng, aber drehen konnten ihn die Gastgeber nicht mehr. "Da war mehr drin", trauerte nicht nur CVM-Manager Peter Kurzawa den Chancen nach.

Im dritten Satz setzten sich die Berliner erst in der Schlussphase punktemäßig ab. Als es im Durchgang vier zwischenzeitlich 16:20 stand, schien alles gelaufen. Doch weit gefehlt. Die Piraten kamen zurück. Kurz gespielte Angriffe über die Mitte (Christian Langer), ein Helbig-Punkt aus dem Hinterfeld und eine Blockabwehr (Helbig / Augustyn) brachten den 20:20-Gleichstand. Später folgten die bereits erwähnten Entscheidungen des Referees. CVM-Trainer Michael Mücke war dennoch mit der Leistung seines Teams zufrieden: "Ein starkes Spiel. Nur in Kleinigkeiten war der SCC besser." Die Gäste trafen auf ein Piraten-Team mit neuen Qualitäten. Die Aussage des besten SCC-Akteurs, Zuspieler Jaroslav Skach, war kein bloßes Lippenbekenntnis, als er meinte: "Die Spergauer waren gegenüber dem Vorjahr eindeutig stärker."