Zwei Protagonisten des ersten Spieltags: Phillip Trenkler und Jairo Hooi

Den über 1.000 Zuschauern in der Jahrhunderthalle, den zahlreichen Ehrengästen und Sponsoren und natürlich der gesamten Piratencrew war die Freude über den gelungenen Auftakt der Saison 2013/14 deutlich anzusehen. Mit viel Mut und Emotionen verwandelte die Truppe von Ulf Quell das fast schon verloren geglaubte Spiel nach einem 0:2-Rückstand in einen 3:2-Erfolg.  Besonders strahlend verließ aber ein Spieler gegen 23:00 Uhr die Spergauer Sporthalle: Ex-Rottenburger, Phillip Trenkler, war sichtlich erleichtert, seinen Teil zum Piratenerfolg beigetragen zu haben. „Ich war total nervös am Spielbeginn und bin froh, dass wir im Spielverlauf immer besser zurechtgekommen sind. Die Stimmung in der Halle war toll und die Moral unserer Mannschaft hat uns letztlich zum Erfolg geführt“.

Nicht nur Trenkler flatterten in den ersten beiden Sätzen etwas die Nerven. Man spürte förmlich, dass die „Starting-Six“ mit Kapitän Völker, Halanda, Trenkler, Augustyn, Hooi, Zeeman und Libero Hefter bemüht war, wenig Fehler zu produzieren, doch dabei blieb etwas die Durchschlagskraft und der Mut zum Risiko auf der Strecke. Dennoch sahen sich die Piraten über weite Strecken des ersten Satzes in Front und trauten ihren Augen kaum, als die große Anzeigetafel beim 24:23 den ersten Satzball der Piraten ankündigte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Piraten ihre Nervosität noch nicht vollständig abgelegt und selbst Routinier Artur Augustyn verschoss den Aufschlag zum möglichen Satzerfolg. Zwei leichte Annahmewackler ließen dann die Gäste zum 26:24-Satzgewinn jubeln.
In Runde zwei zeigten die Rottenburger, dass sie mit ihrem eingespielten Team in der Lage waren, die Unsicherheiten der Piraten zu nutzen. Wenig spektakulär zog man seine Kreise und schien dennoch jedes noch so kleine Loch im Spergauer Block zu finden. Quell reagierte und ersetzte systematisch in der zweiten Satzhälfte nahezu alle Position: Ehrhardt kam für Zeeman auf Diagonal, Palgut für Völker im Zuspiel, Munk für den jungen Halanda auf Außen und der gut aufgelegte Hooi bekam durch Aske Sørensen eine Pause. Und diese Maßnahmen griffen in Durchgang drei. Beim 8:11-Rückstand begann das unaufhaltsame Comeback der Pirates mit einer spektakulären Rettungsaktion von Libero, Dennis Hefter, die anschließend zum Punkterfolg führte. Systematisch wurden die Rottenburger jetzt nahezu zerlegt. Die Annahme gab dem klug agierenden Palgut zahlreiche Optionen, seine Angreifer in Szene zu setzten. Besonders gut gelang dies mit Jairo Hooi. Von 17 Angriffsversuchen brachte er 15 ins Ziel und wurde somit zurecht zum wertvollsten Spieler der Piraten an diesem Abend gewählt.
Die finalen beiden Sätze deuteten dann an, welches Potential in der jungen Truppe steckt, wenn sie nach der ausgegeben Marschrute von Chefcoach, Ulf Quell, handeln: „Wir werden viel Geduld und Nervenstärke in der neuen Spielzeit brauchen“. Und diese Geduld und Nervenstärke zeigte das Team bereits am ersten Spieltag. Mit 25:17 und 15:10 riss die Piratenmeute den Rottenburgern den schon sicher geglaubten Sieg förmlich aus den Händen und wurde im Anschluss von den Fans frenetisch gefeiert. Dieser gelungene Auftakt macht Mut und ist hervorragend für die Moral.