Mit großen Hoffnungen und nach einer harten Trainingswoche war die Piratencrew gegen Ligakonkurrent RWE Volleys Bottrop angetreten, ihren zweiten Saisonsieg einzufahren. Doch leider wurde nichts daraus. Zu keiner Zeit konnte die etwas übermotivierte Truppe in dieser Partie ihr Können und ihre Trainingsfortschritte aufs Parkett bringen und mussten eine deutliche 1:3 (21:25, 16:25, 25:22, 17:25) Heimschlappe einstecken. Für Chefcoach, Ulf Quell, erschlossen sich die Gründe für die schlechte Teamleistung im Anschluss an das Spiel noch nicht. „Wir haben gut und individuell trainiert in dieser Woche und vor allem an unserer Annahmequalität gearbeitet. Daher ist mir nicht ganz klar, warum gerade die individuellen Schwächen uns zu oft um den Erfolg bringen“, fasst Quell die Leistung des Teams knapp zusammen.

Es scheint tatsächlich so, als sei die Annahme im Moment die Achillesferse des Piratenspiels. Nicht ganz ein Drittel dieser Aktionen waren in einer halbwegs geeigneten Qualität, so dass die Zuspieler Völker und Palgut ihre Offensivspieler entsprechend einsetzen konnten. Immer wieder mussten hohe Pässe über die Angreifer Trenkler und Zeeman gespielt werden, die sich dann doch gelegentlich am recht robusten Bottroper Block festbissen. Auch Spieler- und Positionswechsel änderten nichts Wesentliches an dieser Situation. Der Wille des gesamten Teams war da, doch fehlte den Aktionen letztlich sie Frische und Leichtigkeit, die man zuvor in Spielen gegen Bühl oder Haching gesehen hat. Gegen die Favoriten tuen sich die Piraten offensichtlich etwas leichter und setzen sich selbst nicht so gewaltig unter Druck. Mit der selbst auferlegten Erwartungshaltung, nun endlich den Knoten platzen zu lassen, erweist sich das junge Team keinen guten Dienst. Erst wenn die Leichtigkeit und das Gefühl ins Team zurückkehren, dass in keinem Spiel etwas zu verlieren ist, werden sich die Erfolge auch einstellen.

Geduld und Nervenstärke waren zwei der Orientierungshilfen zu Saisonbeginn, und warum sollte dieses Credo bereits nach fünf Spielen wieder verworfen werden. Bereits am Mittwoch gibt es Gelegenheit gegen den Deutschen Meister – Berlin RECYCLING Volleys – Selbstvertrauen zurück zu holen, zumal ein Pokalspiel immer seine eigenen Gesetze hat und bestens dazu geeignet ist, auch einen gordischen Knoten platzen zu lassen.