Die Hinweise verdichten sich allerseits, dass bei den Volleyballpiraten in Spergau trotz der aktuell recht komplizierten Rahmenbedingungen im Hinblick auf die wirtschaftliche Lizenzierung des Vereins und die Folgen der Hochwasserkatastrophe, die Personalplanungen für die kommende Saison begonnen haben. Allzu groß wollte und durfte die Vereinsführung die Lücke zwischen den letzten Aktionen der vergangenen Spielzeit und der Planung für die Zukunft nicht werden lassen. Doch die kleine selbstverordnete Atempause ab Mitte Mai wurde von Nachrichten aus dem Süden des Landes jäh unterbrochen. Ulf Quell, bis dto. Co-Trainer des deutschen Rekordmeisters VfB Friedrichshafen, wird auf der Internetseite des Vereins heute als neuer Chefcoach in Mitteldeutschland vorgestellt. „Nun - wir können bestätigen, dass wir uns mit Ulf Quell in den vergangenen Wochen mehrfach getroffen haben, um über seine Zukunft hier in Spergau als Chefcoach zu sprechen. Beide Seiten haben großes Interesse bekundet, diesen Schritt gemeinsam zu gehen. Aber letztlich müssen wir uns noch ein paar Tage Zeit geben, einen unterschriftsreifen Vertrag zu erarbeiten“, kommentierte Rick Wiedersberg, Manager der Piraten die Meldungen vom Bodensee.

Fest steht in jedem Fall, dass die weitere Entwicklung der Piraten in naher Zukunft sehr anspruchsvoll und sicher mit Problemen behaftet sein wird. Mit Ulf Quell, der in Erwartung der Aufgaben in Spergau selbst von „keiner einfachen Aufgabe“ spricht, wird ein neuer Mitstreiter nach Mitteldeutschland kommen, der klar die Optionen erkennt, die sich im sportlichen und wirtschaftlichen Umfeld auftun. „Ich habe die Möglichkeit, hier etwas zu formen“, so Quell, der in Halle an der Saale geboren wurde und aufgewachsen ist. „Über einen sportlichen Erfolg wollen wir auch den wirtschaftlichen Erfolg garantieren und so den Volleyballsport in der Region weiter etablieren“, sagte Quell weiter zu seinen strategischen Zielen, die mit dem Wechsel nach Spergau verbunden sein werden.

Als Spieler und gelernter Mittelblocker stand Ulf Quell beim SCC Berlin an der Seite von René Hecht, Franko Hölzig, Ronald Triller, Robert Dellnitz, Marco Liefke, Stefan Hübner, Norbert Walter, Frank Dehne und Björn Andrae. Hier wurde er 1993 Deutscher Meister und dreimal Deutscher Pokalsieger (1994, 1996 und 2000). Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn wurde er 2001 Co-Trainer beim SCC Berlin an der Seite von Mirko Culic. Ein Jahr später wechselte er an den Bodensee zum VfB Friedrichshafen und wurde Co-Trainer von Stelian Moculescu. Hier wurde Quell siebenmal Deutscher Meister, siebenmal Deutscher Pokalsieger sowie 2007 Champions League Sieger. Seit 2012 betreut Quell zusätzlich die deutsche Junioren-Nationalmannschaft. Die Spergauer können sich also auf einen Volleyballfachmann par excellence freuen und werden in den nächsten Wochen alles dafür tun, die Arbeitsbedingungen für den Heimkehrer so perfekt wie möglich zu gestalten. Die Volleyball-Atempause ist also mit dem heutigen Tage definitiv zu Ende.