Quelle: www.volleyballverband.de

Am Ende schrammte die deutsche Auswahl nur knapp an der Sensation vorbei und musste sich in einem spannenden Finale dem alten und neuen Europameister Bulgarien denkbar knapp mit 3:2 (25:21, 25:21, 16:25, 22:25, 15:12) geschlagen geben. Dabei war die Partie gegen die Bulgaren fast eine Kopie des Halbfinales vom Vortag, als die deutsche Auswahl von Trainer Olaf Becker einen 0:2-Satzrückstand gegen Frankreich noch drehen konnte. Im Spiel gegen den Titelverteidiger ging ihnen zum Schluss aber die Puste aus, am Ende überwog dennoch die Freude über den verdienten zweiten Platz.

Vor einer Rekordkulisse von 750 Zuschauern, die ihre Teams lautstark unterstützen, starteten beide Mannschaften nervös in das Endspiel und erlaubten sich zu Beginn immer wieder Fehler im Aufschlag. Die Bulgaren, die mit nur einem einzigen Satzverlust in das Endspiel einzogen, schafften es aber in den ersten beiden Durchgängen, sich jeweils zum Schluss entscheidend abzusetzen und gingen erwartungsgemäß mit 2:0 in Führung. „Die Bulgaren haben ein unglaublich homogenes Team und haben mit Sicherheit schon seit längerer Zeit zusammengespielt. Wir haben ihnen in den entscheidenden Momenten durch Abstimmungsprobleme die Punkte zur Führung ermöglicht, weil wir nach zwei Wochen noch nicht in der Lage waren, uns blind zu verstehen“, brachte Bundestrainer Olaf Becker die Probleme auf den Punkt. Doch erneut schaffte er es – wie schon gegen Frankreich - mit einem taktischen Kniff dem Spiel eine neue Wendung zu geben: "Die Bulgaren haben einen sehr starken Libero, der wirklich jeden Angriff punktgenau und präzise in die Mitte zurück brachte. Wir haben dann versucht den Libero zu umgehen und unseren Gegner damit mächtig durchgeschüttelt und den Spielfluss erheblich gestört. Mit unseren großen „Kerlen“ haben wir dann durch einige spektakuläre Blocks ins Spiel zurückgefunden.“

Die Folge war eine Aufholjagd zum 2:2 und ein fünfter Satz, der am Ende knapp verloren ging. Trainer Olaf Becker war nach dem Abpfiff trotzdem zufrieden und stolz auf seine Mannschaft. „Es war ein Finale auf einem hohen Niveau, das ist das Wichtigste überhaupt. Ich bin sehr zufrieden mit dem Turnierverlauf und stolz auf meine Spieler. Am Ende hat ein bisschen das Glück gefehlt, was man braucht, um einen Titel zu holen, aber das mein Team dem Favoriten über fünf Sätze die Stirn geboten hat, macht diese Niederlage zu einem Gewinn der Silbermedaille." Im Spiel um Platz drei setzten sich die Franzosen ohne Probleme mit 3:0 (25:20, 25:22, 26:24) gegen Finnland durch und konnten sich nach dem enttäuschenden Aus im Halbfinale gegen Deutschland über den Gewinn der Bronzemedaille freuen.

Die Endplatzierungen im Überblick:
1. Bulgarien
2. Deutschland
3. Frankreich
4. Finnland
5. Slowakei
6. Niederlande
7. Österreich
8. Türkei