Die Zeit des Taktierens, des Analysierens und Abtastens ist vorbei. Die Partie Chemie Volley Mitteldeutschland gegen Netzhoppers KW Bestensee geht in die fünfte und entscheidende Auflage in dieser Saison. Jedes Team hat zwei Spiele gewonnen. Im Oktober gewannen die Netzhoppers in Bestensee mit 3:1 und im Dezember die Piraten mit 3:2 in Spergau jeweils zu Hause. Im März dagegen landeten beide Teams ihre Erfolge jeweils in fremder Halle. 1:3 unterlagen die Piraten zu Hause und ließen am Osterwochenende ein krachendes 3:0 im Brandenburgischen folgen. Nach Sätzen steht es 8:8 und nach den gewonnenen Ballpunkten liegen die Piraten denkbar knapp mit 350:346 vorn. In der Jahrhunderthalle steht also ein nicht ganz alltägliches Duell auf Augenhöhe auf dem Programm, bei dem es um nichts Geringeres als den Klassenerhalt geht. Die Entscheidung über den Erfolg oder Misserfolg wird an diesem Abend eng an die größere Entschlossenheit und den höheren Mut zum Risiko eines der beiden Teams gebunden sein, und die Fans in der Jahrhunderthalle könnten dabei letztlich zum Zünglein an der Waage werden.

Wie wichtig dieses Spiel für beide Vereine ist wurde auch an der Entscheidung des Lizenzgebers, die Deutschen Volleyball Liga, deutlich, der auf seiner heutigen Vorstandssitzung alle Lizenzanträge der sportlich qualifizierten Vereine positiv bestätigte. Die Entscheidung über die Anträge von den Netzhoppers und den Piraten dagegen wurde bis zum 8. April zurückgestellt. Verständlich – denn der sportliche Showdown wird für beide Teams erst am morgigen Samstag  um 19:30 Uhr in der Jahrhunderthalle Spergau angepfiffen. Das Team von Trainer, Daniel Lang, ist top fit und hat sich in dieser Woche vor allem mental auf die Abschlusspartie vor heimischer Kulisse vorbereitet. Leichte Balltrainingseinheiten und viel Abwechslung im Trainingsprogramm sollte die Form der vergangenen Woche konservieren. Dort hatten die Piraten ihr wahres Leistungsvermögen gezeigt und durch eine couragierte und hoch konzentrierte Leistung in nur 85 min mit dem deutlichen 3:0 (29:27, 25:13, 25:20)-Erfolg „Klarschiff gemacht“ und das Entscheidungsspiel in Spergau erzwungen. Nun ist es an der Zeit, den Klassenerhalt für die und mit der Mitteldeutschen Volleyballregion, für den Verein und nicht zuletzt für das Team und jeden einzelnen Spieler selbst endgültig zu sichern.