In der Pokersprache kann die Situation der Piraten mit der Ansage „All in“ am „Final Table“ beschreiben werden. Alle noch verfügbaren Chips sind gesetzt und die „Community Cards“ werden aufgedeckt. Drei der fünf Gemeinschaftskarten – der „Flop“ – liegen bereits. Das erste Spiel um den Klassenerhalt in der ersten Liga nach dem Modus „best of three“ haben die Spergauer vor Wochenfrist verloren. Nun kommt der „Turn“, die vierte Tischkarte im Pokerspiel. Das Blatt kann sich wenden. Nur ein Erfolg am Ostersamstag um 19:00 Uhr in der Landkostarena Bestensee gegen den Dauerrivalen, Netzhoppers KW, und das Spiel ist wieder völlig offen. Die Karten werden danach zwar nicht neu gemischt, doch die „River“-Karte – die fünfte und letzte Gemeinschaftskarte im Poker – wird dann die Entscheidung um den Klassenerhalt bringen. Und die Piraten werden mit dem festen Vorsatz ins Brandenburgische aufbrechen, diese „River-Karte“ zu Gesicht zu bekommen - heißt, das Entscheidungsspiel am 6. April in der Jahrhunderthalle zu erzwingen.

Das Team um Coach, Daniel Lang, hat in dieser Woche viel Aufbauarbeit geleistet. Kleine Blessuren wurden geheilt und vor allem die Köpfe der Spieler mussten endlich vom Unrat der verpassten Chancen dieser Saison befreit werden. Der Spielmodus dieser Saison war beim besten Willen nicht auf die Piraten zugeschnitten. Die Vorrunde wurde ja bekanntlich mit Platz sieben, dem besten (Zwischen)ergebnis der Vereinsgeschichte abgeschlossen, doch leider reichte dieser Hauptrundenplatz bisher nicht zum Klassenerhalt. Andere Teams der Liga, die nach der Hauptrunde weit abgeschlagen hinter den Piraten platziert waren, können sich geruhsame Ostertage machen und räkeln sich nach einem kurzen und knackigen Viertelfinalausscheiden im Sonnenlicht des Klassenerhalts. Man könnte etwas neidisch auf diesen Luxus sein, doch diesen Genuss wollen sich die Spergauer mit zwei Erfolgen in den beiden verbleibenden Spielen mit Sicherheit noch erarbeiten.

Fest steht in jedem Fall: Die „River-Karte“ wird die Entscheidung bringen – und einige der jetzt noch bei den Piraten aktiven Spieler werden sich gern daran erinnern, dass in der knapp bemessenen Freizeit bei Bundesligaauswärtsspielen gern auch mal gepokert wurde. Das Pokern verlernt man nie!