Im ersten Gefecht um den Klassenerhalt in der ersten Volleyballbundesliga mussten sich die Piraten vor heimischer Kulisse mit 1:3 (25:22, 22:25, 19:25, 15:25) den Netzhoppers KW aus Bestensee geschlagen geben. Eine bittere Zwischenbilanz, doch damit ist die Schlacht um den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse längst noch nicht entschieden. Noch stehen zwei Spieltermine auf dem Programm, und ein Ausflug am Ostersamstag, 30.3. um 19:00 Uhr nach Bestensee kann für die Spergauer durchaus noch die Wende bringen. Keines der Teams hat bisher etwas gewonnen und es ist im Volleyball ohnehin nicht entscheidend, wie viel Punkte ein Team erzielt, sondern welches Team den letzten Punkt eines Spiels markiert.

Die Gäste aus Bestensee fanden in der auf beiden Seiten recht nervös begonnenen Partie als erste ihren Rhythmus und führten bis zur zweiten technischen Auszeit stetig mit zwei bis drei Punkten. Probleme hatten die Piraten vor allem mit dem sehr schnellen und äußerst präzisen Zuspiel des Gästekapitäns, Manuel Ricke. Lediglich drei Mal konnte der Piratenblock in diesem Durchgang die Angriffe der Netzhoppers stoppen. Doch mit zunehmender Spielzeit setzte sich die Offensivabteilung um Hauptangreifer, Christoph Helbig, immer besser in Szene. Mit einer Erfolgsquote von fast 60% verkürzten die Piraten den Rückstand kontinuierlich und ließen nach der 20:19-Führung nichts mehr anbrennen.

Die Culic-Truppe reagierte in Satz zwei und konzentrierte sich zunehmend auf Helbigs Angriffe, der dennoch auch an diesem Abend der beste Punktesammler der Piraten war. Der Satz wurde zu einem Schlagabtausch mit offenem Visier, in dem beiden Teams dennoch zahlreiche recht leichte Fehler unterliefen. Bis zum 20:20 wechselte die Führung stetig, bevor es wiederum Riecke war, der in den entscheidenden Ballwechseln wiederholt für die richtigen Pässe für seine Angreifer sorgte und damit maßgeblich zum Satzausgleich beitrug. Völlig unverständlich war dann aber der 2:8-Fehlstart der Piraten in Satz drei. Unkonzentriertheiten schlichen sich ein und man spürt förmlich, dass vor der recht beeindruckenden Kulisse von über 1.000 Zuschauern die Nervosität ständig zunahm. Egal was Coach, Daniel Lang, auch versuchte, alles scheiterte an individuellen Unsicherheiten und einem zu durchsichtigen Spielaufbau. Die zwischenzeitliche Ergebniskosmetik zum 14:16-Zwischenstand reichte nicht, um den Satz noch zu drehen, und mit dem Momentum und einer 2:1-Satzführung im Rücken sicherten sich die Brandenburger auch den vierten und entscheidenden Satz im Schnelldurchgang mit 25:15.

Mit dieser unerwarteten 1:3-Auftaktniederlage im ersten der entscheidenden Spiele um den Klassenerhalt haben die Piraten vielleicht aber auch eine entscheidende Last verloren. Man ist nun definitiv zum Außenseiter für die letzten beiden möglichen Spiele geworden. Die Favoritenrolle liegt jetzt bei den Netzhoppers KW. Und vielleicht ist das die Chance, endlich wieder befreit aufspielen zu können. Zu verlieren hat man jetzt nichts mehr – doch verloren ist lange noch nichts.