Zwei Siege sind erforderlich zum Einzug ins Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft. Einen hat sich der VC Dresden beim Auftaktspiel in Spergau mit einer couragierten Leistung geangelt. Den 3:1 (17:25, 25:23, 25:22, 25:17) – Erfolg haben sich die Sachsen letztlich verdient, und sie haben wieder einmal bestätigt, dass Lokalderbys ihre eigenen Gesetze haben. Doch erst nach maximal drei Spielen wird in dieser Zwischenrunde abgerechnet und erst dann steht fest, wer zu den besten acht Teams in Deutschland zählt und wer den Kampf gegen den Abstieg aufnehmen muss. Die Messen sind also längst noch nicht gelesen.

Piratenmanager, Rick Wiedersberg, fasste die Situation nach dem Match treffend zusammen: „Wir sind noch nicht draußen, denn in der Meisterschaft haben wir in Dresden mit 3:0 gewonnen. Aber die Mannschaft muss sich jetzt straffen. Das Team hat Nerven gezeigt und konnte sein Leistungsvermögen nur im ersten Durchgang abrufen.“ Hier schienen die Hausherren die Dresdner praktisch überrollen zu wollen und brannten ein regelrechtes Feuerwerk ab. Druckvolle Aufschläge, darunter drei Asse, stellten die Truppe von Chefcoach, Sven Dörendahl, vor gehörige Probleme und ließen nahezu kein Angriffspiel zu Stande kommen. Den schnellen 7:2-Vorsprung bauten die Piraten noch bis zum Satzende auf acht Punkte aus und bescherten den Fans einen guten Auftakt an diesem Mittwochabend.

Doch die Freude über diesen laut Matze Münz zu einfach gewonnenen ersten Satz währte nicht lange: „Nach diesem ersten Satz haben wohl einige gedacht, dass es so weitergeht. Wir haben Dresden mit Fehlern in entscheidenden Phasen ins Spiel gebracht.“ Doch entscheidender in den Durchgängen zwei bis vier war wohl, dass die Dresdner wesentlich leichter mit der Außenseiterrolle umgehen konnten als die Piraten mit ihrer vermeintlichen Favoritenrolle. Mit zunehmender Spielzeit spürte man förmlich den Spaß, den die Elbestädter am Spiel bekamen, während die Piraten in eine etwas zu ängstliche und teilweise verkrampfte Körpersprache verfielen. Keiner der Protagonisten fühle sich sicher genug, die Initiative und Verantwortung zu übernehmen. Das gesamte Team hat in den entscheidenden Phasen die „Flatter bekommen“. Dies ist jedoch völlig überflüssig, denn die Spergauer sind mit ihren vielen erstligaerfahrenen Spielern individuell besser besetzt als die Dresdner. „Die vielen Fehler dürfen Spielern nicht passieren, die jahrelang in der 1. Liga spielen. Dafür stehen sie in der Verantwortung. Der Erwartungsdruck ist zu groß, einzelne Spieler werden fest und das überträgt sich dann auf die ganze Mannschaft“, fügte Münz seiner Spielanalyse noch hinzu.

Dennoch muss nun bei den Piraten keiner in Panik ausbrechen. Die nächste Chance, die leichte Schieflage wieder gerade zu rücken, bietet sich schon am Sonntag, 17:30 Uhr in der Dresdner Margon-Arena, und mit einer mutigen und positiven Einstellung sollte der Spaß am Spiel wieder zurückkehren und der Weg zum Einzug in die Meisterschaftsrunde geebnet werden.