Lokalderbys haben immer etwas prickelndes, etwas überraschendes an sich, und dies gilt insbesondere für die am Mittwoch, 6.3.2013 um 19:30 Uhr in der Jahrhunderthalle Spergau angesetzte dritte Auflage des Mitteldeutschen Derbys zwischen den Pirates und dem VC Dresden. Verstärkt wird die Brisanz noch dadurch, dass es in diesem Duell um den Einzug ins Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft geht. Dreimal werden sich die Teams maximal innerhalb einer Woche gegenüber stehen und das Team, welches zwei Siege verbuchen kann, trifft in der Play-Off-Runde auf den frisch gebackenen DVV-Pokalsieger, Generali Haching. Der Verlierer spielt gegen den Abstieg. Doch im Fokus der Piratencrew steht vorerst ausschließlich das erste Spiel gegen Dresden.

„Es wird ein wichtiges Match morgen“, ließ Erik Shoij, Libero der Spergauer in gebrochenem Deutsch bei einer kurzen Stippvisite in der Geschäftsstelle verlauten und verschwand umgehend wieder zur nächsten Trainingseinheit in die Sporthalle. Shoji ist gemeinsam mit seinem hawaiianischen Teamkollegen, Bradley Lawson, zu einer wichtigen Stütze des Spergauer Spiels geworden. Mit einer überzeugenden Ruhe und Zuverlässigkeit hat es der sympathische U.S.-Boy mittlerweile auf Platz drei der besten Annahmespieler der Liga geschafft. Er verleiht mit seiner extremen Reaktionsschnelligkeit und Wendigkeit dem Piratenspiel die nötige Sicherheit für einen variablen Spielaufbau und wird daher von den meisten Aufschlagspielern der Liga als „Aufschlagsopfer“ gemieden. Im Hauptrundenspiel gegen Dresden avisierte er mit seinen spektakulären Abwehraktionen nicht nur zum Publikumsliebling, sondern angelte sich auch die goldene Plakette für den wertvollsten Spieler des Abends. Auf ihn wird sicher eine große Verantwortung und Belastung in der Defensivabteilung der Piraten zukommen.

Für die „Abteilung Offensive“ können sich die Piraten insbesondere auf ihren zweiten „Neuling“ aus Übersee, Bradley Lawson, verlassen. Zwar braucht der Zweimeter-Athlet immer ein paar Ballwechsel, um in eine Partie zu kommen, doch wenn der Aufschlag- und Angriffsspezialist erst einmal warmgelaufen ist, kann er nur schwer von der gegnerischen Verteidigung gestoppt werden. Mit 286 Scorerpunkten gehört Brad, gemeinsam mit Christoph Helbig (308 Punkte – Platz 2), zu den besten fünf Punktesammlern der abgelaufenen Hauptrunde der Liga. Beim Element Aufschlag führt er sogar die Liste mit 29 Assen, gemeinsam mit Robert Kromm vom Berliner Meister, an.

Die Piraten können sich also mit viel Selbstvertrauen und dem Wissen um ihre stabile Verteidigung und vor allem mit dem Wissen um ihre sehr guten Angriffsleistungen in eine „offene Seeschlacht“ um den Einzug in die PlayOff-Runde stürzen und müssen einen offenen Schlagabtausch mit  den Sachsen im Mitteldeutschen Derby Nr. 3 nicht scheuen.