Tieftraurig und mit leerem Blick schauten die meisten Mitglieder der Piratencrew auf die große Anzeigetafel, die mir unbestechlicher Deutlichkeit ein klares 0:3 (22:25, 23:25, 18:25)-Endergebnis für die Gäste von evivo Düren dokumentierte. Mit dieser Niederlage müssen die Spergauer nun den Umweg über die ungeliebte Pre-Play-Off Runde nehmen, um sich schlussendlich mit den besten Acht der Deutschen Volleyballliga im Viertelfinale um die Meisterschaft messen zu dürfen. Dieses Szenario musste zwar eingeplant werde, wollte aber von der Mannschaft selbst mit einem Sieg gegen Düren unbedingt verhindert werden. Nun haben die Piraten zwar mit Platz 7 nach der Hauptrunde das gesteckte Ziel knapp verpasst, haben aber im Gegensatz zu anderen Spielzeiten mit den Pre-Ply-Off-Spielen – übrigens erstmals am 6. März 2013, 19:30 Uhr  gegen den VC Dresden in Spergau – noch weitere Chancen, ihre gewachsene Spielstärke zu demonstrieren.

Ganz nach dem Bond-Klassiker musste vor allem zwei Spielern ein „Quantum Trost“ zugesprochen werden. Der erste Unglücksrabe an diesem Abend war Enrico Ehrhardt, seit Jahren Publikumsliebling in Spergau und die emotionale Lokomotive der Piraten schlechthin. Im dritten Satz saß er geknickt und teilnahmslos auf dem Strafhocker außerhalb der Spielfläche und durfte vorerst nicht mehr ins Spielgeschehen eingreifen. Was war passiert? Mitten in Satz zwei schickte Trainer, Matze Münz,  Enno für den in der Annahme recht wackligen Sebastian Hähner ins Rennen. Bis dahin rannten die Piraten ständig einem Drei- bis Fünfpunkterückstand hinterher. Es wollte gegen die wie aufgezogen spielenden Dürener so recht nichts gelingen an diesem Abend. Doch mit diesem und zwei weiteren Wechseln – Völker für Binder und Ichovski für Hooi – holten die Gastgeber einen 8:13-Rückstand bis zum 23:23 wieder auf. Mit einem 1:1-Satzausgleich würde das Spiel noch einmal offen werden, doch es kam anders. Der überragende Dürener Diagonalspieler Sebastián Gevert verwandelte einen seiner 17 Punkte mit brachialer Gewalt zum 24:23-Satzball, und der 25. Punkt für Düren war eine Mischung aus einem verwirrenden Knäul  aus Spielerhänden, Netzmaschen und einer unübersichtlichen Spielertraube zwischen der letztlich das Spielgerät irgendwie auf Spergauer Seite zu Boden fiel. Satzende, Verwirrung und ein lautstark protestierender Enrico Ehrhardt, der einen Netzfehler des Gegners gesehen haben will. Der Schiedsrichter quittierte diese Beleidigung mit einer roten Karte, was gleichbedeutend mit dem Verweis auf die Strafbank für den laufenden, in diesem Fall, dritten Satz ist. Bitter für die Piraten, denn mit den Einwechselungen kam etwas Schwung ins Spiel.

Der zweite trostbedürftige Pirat dürfte wohl Zuspieler, Florian Völker, sein. Vor Wochenfrist gegen Bühl fing sich „Floh“ eine Blessur an der Schulter ein, die offensichtlich noch nicht vollständig abgeklungen war. Dennoch war ein Einsatz möglich, doch dieser endete dann doch bereits wieder Mitte des dritten Satzes. Zwischenzeitlich führte Völker klug Regie und brachte den gut disponierten Dürener Block hin und wieder in Schwierigkeiten. Für eine Spielwende reichte es dennoch nicht, und so saß er nach dem Spiel mit gesenktem Kopf und sichtlich enttäuscht abseits des Spielfeldes.

Es gibt dennoch keinen Grund für Enttäuschung und Resignation für die Piraten, die mit einer tollen Rückrunde viel an Sympathie und Zuspruch gewonnen haben. Und die Saison kann noch sehr lang werden. Startschuss für die Entscheidungsspiele ist Mittwoch der 6 März um 19:30 Uhr in der Jahrhunderthalle Spergau – erneut ein Mitteldeutsches Duell gegen den VC Dresden.