„Wir Volleyballer sind es gewohnt nach vorn zu blicken, von Spiel zu Spiel zu denken.“ Mit dieser Aussage beschreibt Matze Münz, Chefcoach der Piraten, exakt die Situation der Spergauer kurz vor der entscheidenden Phase der Meisterschaft. Es gibt ab jetzt nur noch Endspiele und da hilft es wenig, zurückzublicken und nachzurechnen: Was wäre gewesen, wenn….. Fakt ist, dass die Piraten ihr Saisonziel mit einem ausgeglichenen Punktekonto den direkten Einzug in die Play-Off-Runde aus eigener Kraft schaffen können. Gleiches gilt aber auch für den Gegner am Samstag um 19:30 Uhr in der Jahrhunderthalle Spergau - evivo Düren.

Mit einem 4:0-Blitzstart im Herbst sind die Dürener nach der verkorksten Vorsaison in die laufende Spielzeit gestartet. Ende Oktober führte man die Bundesligatabelle an. Doch nach und nach sortierten sich die Westdeutschen, wie von vielen erwartet, auf dem gleichen Niveau wie Bühl, Moers und eben auch die Truppe von Matze Münz brav hinter dem Toptrio der Liga auf die Plätze vier bis sieben ein. Doch einen kleinen Unterschied gibt es schon zwischen Spergau und Düren. Der Weg ins gesicherte Mittelfeld war von beiden Teams sehr unterschiedlich. Während die Dürener nach und nach von der Tabellenspitze verdrängt wurden, schoben sich die Piraten systematisch aus dem unteren Tabellendrittel ins Zentrum des Klassements. Die Aufholjagt begann praktisch mit Beginn der Rückrunde. Seither stehen sechs Erfolge auf der Spergauer Habenseite, ein Trend, der für die heiße Phase der Meisterschaft mehr als Hoffnung macht. Diesen Trend gilt es auch gegen Düren fortzuschreiben. Die Zeichen dafür stehen nicht schlecht. Alle Piraten sind gesund und brennen darauf, das selbst gesteckte Ziel vor heimischer Kulisse zu erreichen. Christoph Helbig, aktuell bester Angreifer der Piraten und auf Platz vier der deutschen Scorerliste, meint vor dem Duell gegen seinen Ex-Trainer, Michael Mücke: „Wir sind uns alle der Brisanz des Spiels bewusst. Aber wir haben beschlossen, nicht in Hektik zu verfallen und irgendetwas anders zu machen als sonst. Wir wissen, dass wir gewinnen können, wenn wir unser Niveau abrufen.”

Aus dem Dürener Lager dagegen sind leider etwas „kränkliche“ Stimmen zu hören. Spielführer Jaromir Zachrich hat am Donnerstagabend einige seiner Teamkollegen zurück im Training begrüßen dürfen, die er zuletzt am vergangenen Samstag bei der Niederlage gegen Friedrichshafen zu Gesicht bekommen hatte. Die Grippewelle grassierte unter der Woche in Düren (übrigens auch in Friedrichshafen – welch ein Zufall!)  und setzte die halbe Mannschaft außer Gefecht. „Teilweise waren wir nur zu sechst im Training”, sagt Zachrich gegenüber dem DVL-Presseservice. Als „wenig optimal” bezeichnete auch Coach Michael Mücke die Situation: „Ich bin mal gespannt, wer überhaupt in den Bus nach Spergau steigen kann.” – Aus Mitteldeutschland kommen jedenfalls schon heute beste Genesungswünsche. Das Spiel soll möglichst auf dem Feld entschieden werden und nicht von externen Kräften, wie z.B. Grippeviren!