BAD DÜRRENBERG/MZ. Radfahrer und Spaziergänger hielten an und schauten neugierig zum gegenüberliegenden Ufer der Saale hinüber. Denn dort wurde am Samstag unmittelbar am Trainingsstützpunkt der Bad Dürrenberger Kanuten bei einem spannenden Sportspektakel wahrlich dick aufgetragen.

So genannte Dickboote waren beim gleichnamigen Cup zu Wasser gelassen und über den gesamten Tag hinweg immer wieder auf eine 200 Meter lange Wettkampfstrecke geschickt worden. Wenn der Startschuss fiel, gab es für die zumeist achtköpfigen Besatzungen, die sich mit Stechpaddeln gewappnet wie wild durchs Wasser wühlten, kein Halten und auch kein Taktieren mehr. Vom Start bis hin zum Ziel voll ins Zeug legen, war vielmehr die Devise für die insgesamt 22 angetretenen Teams, wenn sie in den als Zweier- oder Dreierläufen ausgetragenen Ausscheidungsrennen die Nase bzw. die Bootsspitze vorn haben wollten.

Bis in die Haarspitzen motiviert waren deshalb beispielsweise auch die Mitglieder vom Team "Chili Peppers". Zwar waren sie letzten Endes nicht die Allerschnellsten, dafür boten sie dem amüsierten Publikum aber etwas ausgesprochen Außergewöhnliches: Auf einer der Außenbahnen startend steuerte das Team schnurstracks Richtung Ufer, an dem sie dann auch unsanft und vor allem ungewollt strandeten. Aus dem erwarteten Dreikampf wurde also ein Zweikampf, in dem sich das Team "Chemie Leuna" knapp gegen die Mannen von "Ullis Dreamteam" durchsetzen konnten.


"Auf der einen Seite hatten wir da wohl etwas zu viel Kraft", erklärte kurze Zeit später Christian Schulz von den "Chili Peppers". In der Bootsmitte sitzend hatte er zuvor kräftig mitgepaddelt und konnte nun schon wieder über das Aufsehen erregende Malheur seiner Truppe lachen. Und weil sein Team zahlenmäßig mit am stärksten bei der gelungenen Freizeitsportveranstaltung vertreten war und somit in allen Kategorien an den Start ging, gab es für Christian Schulz und Kollegen noch weitere Möglichkeiten, sich auf dem Wasser zu beweisen.

Die einzelnen Kategorien beim Dickbootcup beliefen sich laut Organisator Steffen Beck vom gastgebenden Kanuverein Bad Dürrenberg auf Frauen, Mixwettkampf, Amateure sowie die leistungsstärkste Klasse, die unter der Bezeichnung "Gladiators" lief.

Über die Lautsprecheranlage gab Steffen Beck ständig Platzierungen und Zeiten der jeweiligen Läufe bekannt. Trotz des Freizeitsportcharakters des Events zeichnete sich ab, dass auch das sportliche Niveau teilweise sehr beachtlich war. Auch die "Piraten", die Gaststars vom VC Spergau-Bad Dürrenberg, trugen dazu bei und brachten das Publikum am Uferrand ordentlich in Wallung.

In den mit Spannung erwarteten Finalläufen am späten Nachmittag setzten sich das PS-Team (Frauen und Mixwettbewerb), das Team "Gemeiner Krankenverein" (Amateure) sowie Chemie Leuna (Gladiators) durch. Der Dickbootcup erfreut sich Jahr für Jahr wachsender Beliebtheit. Die Premiere des Cups fand vor fünf Jahren statt. Damals noch mit lediglich drei teilnehmenden Mannschaften. Platz für noch mehr Mannschaften bestehe aber immer noch. Melden könne sich im Prinzip jeder, der Lust und Laune hat, erklärte Steffen Beck schon mal mit Blick auf die kommende Austragung.