Fünf Sätze und 139 Minuten harter Kampf haben sich für die Piraten gelohnt. Vor 1.850 Zuschauern durften sie ihren ersten Auswärtssieg der Saison feiern. Mit 25:21, 20:25, 22:25, 25:19 und 16:14 gewannen die Mitteldeutschen gegen den TV Rottenburg und sicherten sich zwei Tabellenpunkte.

Es war eines der wohl wichtigsten Duelle der Saison, der Kampf um den Abstiegsplatz und die entsprechende Anspannung zeichnete sich auf den Gesichtern beider Teams ab. Sowohl der Eventmanager von Rottenburg Philipp Vollmer als auch der Cheftrainer des CV Mitteldeutschland deklarierten das Match erneut als „Endspiel“. Und in diesem fanden die Piraten den besseren Start, brachten sich schnell mit vier Punkten in Führung (5:1, 8:4) und am Ende auch mit 1:0 nach Sätzen in Führung. Doch die Jungs von Coach Müller-Angstenberger ließen sich nicht entmutigen.

Mit neuem Selbstbewusstsein betraten die Gastgeber den Court zum zweiten Durchgang. Nun zeigten Karlitzek, Strohbach und Co., was in ihnen steckt. Getragen von der lautstarken Unterstützung ihrer Fans setzten sie die Piraten unter Druck (4:0, 8:3). Beherzt wehrten sich die Piraten, schafften zwischenzeitlich sogar den Ausgleich (17:17), doch die Schwaben fanden immer wieder die Lücken im mitteldeutschen Block und glichen zum 1:1 nach Sätzen aus.

Satz drei war das Ebenbild des vorherigen Abschnitts. Auch hier erwischten die Rottenburger den besseren Auftakt und bauten ihre Führung auf einen Fünf-Punkte-Vorsprung aus. Beim Stand von 18:13 orderte Chefcoach Ulf Quell seine zweite Auszeit, nahm seine Schützlinge noch einmal ins Gebet und das wirkte. Offensive und Defensive arbeiteten zuverlässiger Hand in Hand und nahmen die Verfolgung auf (22:20). Trotz ihres neugewonnenen Mutes mussten sie den Satzgewinn mit 25:22 den Gastgebern überlassen.

Im folgenden Durchgang wurde aus dem Mut Siegeshunger. Für die Piraten lief nahezu alles perfekt. Die Annahme stand, beförderte den Ball zu Szablewski (#3, Zuspiel) und der forderte seine Angreifer. Ohne Unterlass vergrößerte sich der Vorsprung der Pirates (8:4, 11:16 und 13:20) und brachte den verdienten Satzausgleich zum 2:2 (25:19).

Die Uhren waren wieder auf Null gestellt. Der Tiebreak war an Nervenkitzel kaum zu überbieten. Beide Teams schenkten sich nichts, Punkt um Punkt verbuchten sie auf der jeweiligen Habenseite. Durch einen technischen Lichtausfall beim Stand von 11:13 aus Sicht der Rottenburger musste das Match kurzzeitig unterbrochen werden. Beide Teams entschieden sich auf Nachfrage der Schiedsrichter für die Fortsetzung und die Beendigung dieses nervenaufreibenden Krimis. Und es wurde noch schlimmer. Die Schwaben holten auf, schafften den Ausgleich zum 14:14. Ein versenkter Angriff von CVM-Außenangreifer Gorski (#12) und ein darauffolgender Angriff ins Aus von Rottenburgs Moritz Karlitzek ergab den Matchsieg für die Piraten aus Mitteldeutschland.

Die Freude und Erleichterung der Gäste aus Spergau war kaum zu beschreiben. Sie haben damit nicht nur zwei Punkte erkämpft, auch übergaben sie den Rottenburgern die rote Laterne der Liga.

MVPs: Janusz Gorski (CVM, gold), Moritz Karlitzek (TVR, silber)

Nur zwei Tage bleiben den Chemie Volleys zum Kräftetanken und Durchatmen. Am Mittwoch, 03.02.2016 erwarten sie um 19:30 Uhr die SWD powervolleys Düren in der Jahrhunderthalle. Mit acht Siegen aus zwölf Spielen ist die derzeitige Nummer vier der Tabelle klarer Favorit. Doch mit der lautstarken Unterstützung ihres Fanclubs Wild Pirates und den beflügelnden Anfeuerungsrufen von den Zuschauerrängen schaffen sie vielleicht erneut wie gegen Herrsching das Unerwartete.

Montag, 01.02.2016, 15:00 Uhr
Autor: Sandy Penno