Das macht Volleyball so unberechenbar: 2.100 Zuschauer wurden heute Zeuge, wie aus einem deutlichen 2:0 Satzvorsprung ein Spielverlust werden kann. Mit 3:2 (21:25, 23:25, 25:15, 25:16, 15:10) gewann der TV Rottenburg gegen den Chemie Volley Mitteldeutschland und bleibt damit direkter Playoff-Kandidat.

Bis zum dritten Satz war dieses Match wohl das heißeste und beste Volleyball, was die Piratencrew bis dato gezeigt hatte. Biss, Kampfgeist, Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein strahlten sie aus und zeigten sie auch auf dem Court. Bereits im ersten Satz legten sie einen rasanten Start hin und führten bereits nach kurzer Zeit mit 3 Punkten (6:9, 16:19). Unterstützt von der hohen Fehlerquote der Rottenburger blieb dieser Vorsprung bis zum Ende erhalten (21:25).

In den zweiten Durchgang starteten die Gastgeber deutlich souveräner. Jeder einzelne Punkt blieb von den Teams hart umkämpft, immer wieder Stand der Ausgleich zu Buche (8:8, 15:15). Für die Zuschauer gab es tolle Ballwechsel und echte „Kampfszenen“ auf beiden Seiten zu bestaunen. Doch auch diesmal setzten sich die Piraten mit 23:25 durch.

Mit der Führung von 2:0 ging es in die 10-Minuten-Pause. Diese Spielunterbrechung liegt den jungen Chemie Volleys erfahrungsgemäß überhaupt nicht. Und so kam es, wie es kommen musste. Die Piraten fanden im dritten Satz überhaupt nicht ins Spiel. Abstimmungsschwierigkeiten in der Annahme, nicht konsequent durchgesetzte Angriffe und die schwächelnde Defense brachten die Gäste aus Spergau in einen 6 Punkte Rückstand. (8:3, 12:6). Trainer Ulf Quell blieb nichts anderes übrig, als zu wechseln. Zuspieler Völker (#17) wurde durch „BJ“ Boldog (#15) ersetzt, Diagonalangreifer Krol (#6) wich Brzezinski (#1) und für Außenangreifer Schott (#7) durfte Harms (#3) den Platz einnehmen. Doch es half alles nix. Am Ende war der Satzgewinn der Schwaben mit 9 Punkten mehr als deutlich (25:16).

Der vierte Durchgang sah nicht besser aus für die Piraten. Die Rottenburger hatten zu ihrer Form gefunden, nahezu nichts ging in ihren Reihen schief. Dafür hatten die Chemie Volleys alle Hände voll zu tun mit Annahme, Abwehr und Angriff. Bei ihnen war erneut der Wurm drin und sie liefen einem 8-Punkte-Rückstand (14:6, 18:10) hinterher. Die schnellen, schwäbischen Angriffe von Strohbach (#10) und Mehlberg (#1) brachten die Piraten weiter ins Trudeln. Satz 4 ging am Ende mit ernüchternden 25:15 ebenfalls an die Gastgeber.

Damit hieß es Tie Break, alles auf Null für beide Mannschaften. Doch wieder waren die Rottenburger am Drücker. Wie bereits im vorherigen Satz lieferten sie ein tolles Zusammenspiel und führten zwischenzeitlich mit 4 Punkten (8:4, 11:7). Ein kurzes Aufbäumen der Piraten (12:10) wurde mit druckvollen Aufschlägen der Schwaben beantwortet. Und der Block des TVR besiegelte am Ende das Ergebnis mit 15:10.

Damit bleiben die Piraten auf dem 9. Tabellenplatz und werden in den Pre-Playoffs auf den TSV Herrsching treffen. Gespielt wird am 04.03.2015 in Herrsching und am 07.03.2015 in Spergau. Ein eventuell notwendiges Entscheidungsspiel würde am 11.03.2015 ebenfalls bei den Bayern ausgetragen.

Sonntag, 22.02.2015, 01:00 Uhr