Sensationell, anders kann man das Ergebnis der Chemie Volleys vom vergangenen Samstag nicht beschreiben. Als klarer Außenseiter reisten sie in den Schwarzwald, um ihr Pflichtspiel gegen den um 4 Plätze besser gestellten Platz 6 der Tabelle, den TV Ingersoll Bühl, zu bestreiten. Dass das Spielprotokoll am Ende 2:3 (28:26, 21:25, 25:17, 24:26, 14:16) für die Piraten dokumentiert, hätte wohl niemand erwartet.

Die Ansprache von Cheftrainer Ulf Quell in der Kabine war ruhig und eindringlich. „Go out and have fun. I just want, that you fight and use your opportunities to get the points (Geht raus und habt Spaß. Ich möchte nur, dass ihr kämpft und eure Punktchancen nutzt)”. Und genau das taten die jungen Piraten. Bereits im ersten Satz zeigten sie ein großartiges Spiel. Auch wenn sie anfänglich den gekonnten Aufschlägen von Mark Plotyczer nicht gewachsen waren (6:1) und durch eigene Fehler wichtige Punkte an die Gastgeber abgaben, konnten sie sich doch beherzt in das Match zurückkämpfen. Zur Mitte des Satzes erzielten sie sogar den Ausgleich und die anschließende Führung (16:16, 18:22). Doch Abstimmungsschwierigkeiten im Piraten-Team nutzten die Bühler, um den Satz letztlich mit 28:26 für sich zu verbuchen.

In den zweiten Durchgang starteten die Piraten weitaus besser. Nach einer Aufschlagserie von Artur Augustyn, die der gegnerischen Annahme immense Schwierigkeiten bereitet, stand es zur ersten technischen Auszeit 0:8. Diesen Vorsprung vergaben die Mitteldeutschen allerdings durch erneute eigene Fehler und die wieder einmal starken Aufschläge der Nummer 14 Plotyczer, so dass der Ausgleich von 9:9 zu Buche stand. Trainer Ulf Quell reagierte und wechselte Diagonalangreifer Król (#6) gegen Brzezinski (#1) aus. Dieser Schachzug wurde belohnt. Gemeinsam mit seinen cleveren Angriffen, dem beständigen Block von Skocic und Augustyn und einer hervorragenden Abwehrarbeit brachten sie sich wieder in Führung. Mit einem Angriffspunkt besiegelte Skocic (#2) den Satzgewinn (21:25).

Satz 3 hingegen glich einer Fars. Die Chemie Volleys fanden nach der 10-Minute-Pause sichtlich schwer ins Spiel. Die Angriffe aus dem Hinterfeld der Bühler bereiteten den Gästen Probleme. Sowohl der mitteldeutsche Block als auch die Abwehr fanden kein Mittel, das Bühler Punktesammeln zu stoppen. Zur zweiten technischen Auszeit lagen sie bereits 6 Punkte hinten (16:10), da half auch das Einwechseln von Zuspieler BJ Boldog (#15) gegen Florian Völker (#17) und Außenangreifer Yannick Harms (#3) gegen Ruben Schott (#7) nichts. Die Bühler gewannen mit 25:17.

Das änderte sich im folgenden Durchgang. Völker kam zurück ins Spiel, Harms blieb. Ein Duell auf Augenhöhe begann, bei dem die Emotionen bei beiden Teams und auch auf den Zuschauertribünen kochten. Diskussionswürdige Schiedsrichterentscheidungen, die Cheftrainer Ulf Quell veranlassten, sich vor Wut das Shirt über den Kopf zu ziehen und eine missglückte Rettungsaktion von Florian Völker, bei welcher er eine Werbebande in den gegnerischen Fanblock stieß, waren der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Fortan machte das Bühler Publikum seinem Ärger durch Buhrufe, Pfiffe und verbale Angriffe Luft. Genau das schien den Kampfgeist der Piraten zu wecken. Punkt um Punkt fighteten sie, die Angriffe von Harms schlugen ein, der Block von Augustyn / Skocic stand wie ein Fels in der Brandung. Nach 30 Minuten zogen die Piraten mit 24:26 in den Tie Break ein.

Satz 5 begann, wie der vierte endete – mit einer hervorragenden Teamarbeit der Piraten. Angeheizt von der Stimmung spielten sie smart und konzentriert, führten zur technischen Auszeit mit 4 Zählern (4:8) und jubelten am Ende beim Matchgewinn mit 14:16. Damit klettern sie mit 12 Punkten auf Platz 9 der Tabelle, nur einen Punkt entfernt vom derzeitigen 8. Platz TSV Herrsching. 

MVPs: Paul Buchegger (silber, Bühl), Yannick Harms (gold, CVM)

Das nächste Match bestreiten die Piraten zu Hause gegen den Pokalfinalisten VfB Friedrichshafen am Samstag, 31.01.2015 um 19:30 Uhr.

Montag, 26.01.2015, 12:00 Uhr