Mit etwas Ernüchterung und der erneuten Erkenntnis, dass die Trauben in der Berliner Max-Schmeling-Halle für jeden Gegner extrem hoch hängen, kehrte das junge Piratenteam nach der nicht ganz überraschenden 0:3-Niederlage im Auftaktspiel der PlayOff-Runde aus der Hauptstadt zurück. Zufrieden konnte Quell mit der Leistung seiner Schützlinge nur dritten Satz sein, der mit einigermaßen erträglichem 4-Punkte-Rückstand nach Berlin ging. Entsprechend deutlich und laut fielen seine Worte nach der Partie in der Spielbesprechung auch aus. Mit zwei völlig verpennten Sätzen 25:11 und 25:16 schrammten die  Mitteldeutschen nur knapp an einer Blamage vorbei. Das darf auch gegen den haushohen Favoriten in der Form nicht noch einmal passieren. Daher wird die Piratencrew am Samstag, 19:30 Uhr in Spergau noch einmal alles geben, ein offenes und kämpferisch starkes Spiel abzuliefern.

Die Spergauer befinden sich mit ihren erspielten 48 Punkten aber nach den ersten Spielen der Play-Offs in „guter Gesellschaft“. Keiner der Außenseiter hatte bei den Gastgebern auch nur annähernd eine Chance auf den Sieg. Rottenburg kam beim VfB Friedrichshafen auf ganze 46 Punkte und Moers schaffte 55 Zähler in Unterhaching. Einzig Düren trotzte dem TV Bühl bei seiner 1:3-Niederlage einen Satz ab. Alle Underdogs werden sich also auf ihre Rückspiele konzentrieren müssen, soll ihre Spielsaison nicht beendet sein.

Dabei hoffen die Mitteldeutschen auch wieder auf die Rückkehr ihres Liberos, Dennis Hefter, der mit einem grippalen Infekt in Berlin pausieren musste. Phillip Trenkler als Backup machte seine Sache in Annahme und Abwehr zwar recht gut, doch fehlte er im Spielverlauf als Alternative über die Außenposition. So sehr sich das Quellteam mit zunehmender Spielzeit auch bemühte, Berlin fand immer die passende Antwort. War es im ersten Satz Paul Carroll, der sieben Mal in Folge gewinnbringend servieren konnte, so übernahm diese Aufgabe in Runde zwei Zuspieler, Kawika Shoji, der fünfmal nacheinander den Annahmeriegel der Spergauer pulverisierte und aus einem 8:8 ein 9:14 für die Berliner machte. Solche Serien entscheiden häufig Sätze und es gilt dies im Rückspiel von Beginn an zu unterbinden. Kampflos wird sich die Piratencrew jedenfalls nicht aus der Meisterschaft verabschieden und vielleicht geling doch eine Überraschung und man erzwingt ein Entscheidungsspiel. Karten für die Partie gibt es gleich hier online.