Es hat lange gedauert, bis das Piratenschlachtschiff in dieser Saison Fahrt aufgenommen hat und die Crew mit lautem Säbelrasseln den verdienten Einzug in die PlayOff-Runde geschafft hat. Zwei deutliche Erfolge gegen den ambitionierten Aufsteiger aus Coburg/Grub in den PrePlayOff-Spielen aber auch sehr gute Heimspiele gegen Friedrichshafen und Düren sowie ein verschenktes Match in Moers in der Endphase der Hauptrunde ließen Aufhorchen und geben den Piraten das nötige Selbstvertrauen für die schweren Schlachten gegen den Deutschen Meister, Berlin RECYCLING Volleys. Am Mittwoch in Berlin und am Samstag in Spergau, jeweils um 19:30 Uhr werden die Klingen gekreuzt, und eine alte Weisheit gilt auch im Volleyball: Jedes Spiel beginnt bei NULL.

„Wir werden uns gegen Berlin so teuer als möglich verkaufen“, hieß die Kampfansage von Chefpirat, Ulf Quell, unmittelbar nachdem der Einzug ins Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft für die Mitteldeutschen feststand. Der Druck, gewinnen zu müssen, liegt eindeutig in der Bundeshauptstadt. Dort strebt man nach dem verpassten Pokalerfolg ganz klar die dritte Deutsche Meisterschaft in Folge an. Dass es dennoch möglich ist, dem Favoriten Paroli zu bieten zu können, zeigten unlängst zwei Beispiele. Einmal waren es die Piraten selbst, die in heimischer Halle mit einer engagierten Leistung den Berlinern einen Satz entrissen und anderseits zeigte der Tabellenletzte vom VC Dresden in ihrem Abschlussspiel gegen die BR Volleys, dass die Hauptstädter in fremder Halle durchaus anfällig sind. Um ein Haar hätten die Dresdner dem Gast seinerzeit den Platz an der Sonne durch zwei Satzerfolge genommen, doch mit Mühe rettete sich der Favorit sowohl in Dresden als auch in Spergau mit 3:1-Erfolgen ins Ziel.

Die Piratendevise für die Spiele gegen Berlin sollte also heißen: So lange wie möglich Kurs halten, so lange wie möglich knappe Spielstände erkämpfen und so lange wie möglich am oberen Level des eigenen Könnens spielen. Denn auch ein Deutscher Meister kann nicht immer fehlerfrei spielen. Auf diese Chancen sollten die Piraten warten können. Und einmal in Fahrt gekommen ist ein Piratenschlachtschiff dann doch nicht so einfach zu stoppen. Der Kurs Nord-Ost von Spergau nach Berlin ist gesetzt, doch ob das Schiff in Berlin gestoppt werden kann, steht erst am Mittwoch fest.