Es ist erst knapp 14 Monate her als am 27.01.2013 der schicke neuerbaute ENNI Sportpark Rheinkamp im Moerser Zentrum eröffnet wurde und die mehrjährige Durststrecke der Rheinländer mit ausschließlich „Auswärtsspielen“ im nahegelegenen Mülheim a.d. Ruhr endete. Die Bundesligaauftaktpartie hieß seinerzeit Moerser SC vs. CV Mitteldeutschland und sollte wieder eine glorreiche Zukunft für den Moerser Traditionsverein im Volleyballoberhaus einleiten. Keiner ahnte damals, dass mit dem 3:0-Erfolg der Piraten die vorerst letzte Etappe des Bundesligavolleyballs in Moers eingeläutet werden sollte und keiner ahnte im entferntesten, dass eben dieselbe Partie am morgigen Mittwoch die letzte einer Bundesligahauptrunde für den Moerser SC sein wird. Für die Abschlusstabelle ist die Begegnung für beide Teams ohne Belang. Die Piraten werden die Hauptrunde 13/14 als Neunter abschließen die Moerser als Sechster. Symbolisch wird das Match aber von immenser Bedeutung sein, wird doch an diesem Abend wieder ein Kapitel erfolgreicher deutscher Volleyballgeschichte geschlossen, und wieder trifft es nach Wuppertal vor zwei Jahren und Bottrop im Dezember einen Verein aus dem Ruhrpott.

Der Deutsche Meister von 1992 wird nach den aktuellen öffentlichen Verlautbarungen keine Lizenz für die neue Spielzeit im Lizenzbereich beantragen. Zu groß sei die Etatlücke nach eigenen Angaben, doch sportlich wollen die Moerser um Coach Chang Cheng Liu „…die letzte Saison sauber zu Ende spielen und so gut wie möglich abschneiden“. Abschiedsgeschenke sind für die Piraten also nicht zu erwarten, eher ein offener Schlagabtausch, da beide Teams völlig befreit aufspielen können. Alle Spieler wollen sich natürlich für die anstehenden Vertragsverhandlungen bestens empfehlen und insbesondere die Moerser Recken werden versuchen, sich in vorzüglicher Form zu präsentieren. Allen voran sicher der Aufsteiger des Jahres, Mittelblocker Tim Broshog. Der 2,05 m große Hühne hat sich in den letzten Monaten einen Stammplatz in der deutschen Nationalmannschaft erarbeitet und liefert regelmäßig besten Volleyball ab. Mit 51 Punkten belegt „The Tower“ Platz vier der aktuellen Blockstatistik. Es wird also ein hartes Stück Arbeit für die Offensivabteilung der Piraten, will man den Vorjahreserfolg diesmal wiederholen. Gleiches gilt aber auch für die Abwehr der Mitteldeutschen. Diese wird sich hauptsächlich mit dem z.Z. besten Scorer der Liga, dem Israeli Itamar Stein auseinandersetzen. Stein ist nach dem Ausfall von Bottrop kurzerhand nach Moers gewechselt und sammelt nun knapp fünf Punkte pro gespielten Satz ein - die mit Abstand beste Quote der Liga!

Doch all diese Statistiken werden schon bald in den Volleyballbüchern der Liga archiviert zu finden sein. Maßgeblich für die Gegenwart ist aber, dass sich beide Teams – wahrscheinlich zum letzten Mal – auf dem Spielfeld messen wollen, um genügend Schwung für die anstehenden PlayOff-Spiele aufzunehmen. Die genauen PlayOff-Termine für die Piraten stehen allerdings erst nach dem Abschluss aller Vorrundenspiele am Mittwochabend endgültig fest.