Zum zweiten Mal in Folge lieferten die Piraten vor heimischer Kulisse ein packendes und mitreißendes Spiel ab. In fünf spannenden und kampfbetonten Sätzen fehlte am Ende nur eins noch: ein Sieg. Trotz dieser erneuten 2:3-Niederlage gingen Spieler und Trainer zwar nicht überglücklich aber dennoch nicht unzufrieden vom Feld. Letztlich wäre auch für die ebenbürtigen Piraten der Erfolg verdient gewesen, doch im Tie-Break fehle einfach ein Quäntchen Glück, Cleverness oder auch Durchschlagskraft. Das liegt ganz im Ermessen des Betrachters. Unstrittig bleibt in jedem Fall, dass zweimal innerhalb von drei Tagen gegen zwei auf unterschiedliche Art sehr starke Kontrahenten ein Erfolg in unmittelbarer Reichweite war. – Das macht Mut für kommende Aufgaben.

Den besseren Start legten aber die Gäste hin. Stetiger Druck im Aufschlag und gnadenlose Angriffe vor allem vom Dürener Diagonalspieler Gevert sorgten im Spergauer Abwehrriegel häufig für Unordnung und ließen nach vorn nur wenige Entfaltungsoptionen. Erst nach und nach stellte sich die Defensive etwas besser auf die variablen Angriffe ein und konnte den Grundstein für einige erfolgreiche Gegenangriffe legen. Dennoch reichte es nur für 21 Punkte in Satz eins. Mit dem sichern Gefühl, durchaus auf Schlagdistanz zu sein, verstärkten die Piraten in Runde zwei und drei noch einmal ihr Engagement und Einsatzbereitschaft und drängten die Dürener Gäste mehr und mehr in die Defensive. Honoriert von den begeisterten Fans erkämpften sich die Piraten bis zur zweiten technischen Auszeit ein 2-Punktepolster und ließen bis zum 25:23-Satzausgleich nichts mehr anbrennen.

Beflügelt vom Erfolg schien es mit Beginn von Satz drei kein Halten mehr zu geben. Beim 8:2 zur ersten Werbepause schien die Entscheidung in diesem Durchgang bereits früh gefallen. Markant in dieser Spielphase war besonders die Tatsache, dass kein Mannschaftsteil – ob Annahme/Abwehr, Zuspiel oder die Abteilung Attacke – Schwächen offenbarte. Plakativ nennt man dies eine geschlossene Mannschaftsleistung. Kleine Wackler des einen wurden reaktionsschnell vom Nebenmann ausgebügelt und die eine oder andere Werbebande stand dabei schon mal im Weg. Der verdiente Lohn war ein deutlicher Satzgewinn von 25:18. Unzufrieden mit dem schwindenden Erfolg wechselte Gästecoach, Michael Mücke, nach sporadischem Einsatz nun endgültig den amerikanischen Zuspieler Evan Barry für den Irländer McGovern ein, was vor allem den Block der Dürener etwas stärken sollte. Und letztlich war es möglicherweise der entscheidende Schachzug der Gäste zur Wende in dieser Partie. Der Dürener Block fasste im vierten Durchgang siebenmal kräftig zu und allein Barry markierte davon drei Blockpunkte. Knapp reichte es dann für die Gäste zum 25:23 und 2:2 Ausgleich. Der Tie-Break ist dann im Volleyball ähnlich wie ein Elfmeterschießen im Fußball einzuordnen. Final trafen diesmal die Dürener dreimal mehr als die Piraten, doch den guten Eindruck einer kompakten und nachhaltigen Teamleistung der Mitteldeutschen konnte die knappe Niederlage nicht mehr schmälern. Die Chancen in den nächsten Spielen auch einen 5-Satzkrimi zu gewinnen sind an diesem Abend in jedem Fall nicht gesunken.