Ein Blick in die Augen der Protagonisten verrät, dass die Piraten an diesem Abend in der schmucken HUK-Arena zu Coburg keinen guten Tag erwischt haben. Müde wirkten die Blicke, als ob nach einem langen Arbeitstag am Abend noch eine Stunde Volleyball auf dem Programm stand. Besonders in der Startphase schienen die meisten der Spieler noch ein  geruhsames Nickerchen zu machen, denn nur so ist zu erklären, warum die nicht übermächtig wirkenden Coburger Aufschläge reihenweise über die annahmebereiten Arme der Piraten rutschten. An ein halbwegs geordnetes Spiel war in dieser Phase nicht zu denken. Auch die frenetischen Weckrufe der zahlreich mitgereisten Fans halfen da wenig. Über die Stationen 3:8, 10:16 und 13:21 war die deutliche 18:25-Satzniederlage nur all zu folgerichtig.

Die Hoffnung auf Besserung in Durchgang zwei zerstörten sich die Piraten dann erneut selbst. In der Startphase bis zur 8:6-Führung lief das Spiel zwar nicht ganz so pomadig wie noch in Runde eins, doch spätestens im Mittelabschnitt musste jedem Piraten klar sein, dass mit einem solch lethargischen Auftritt auch beim Aufsteiger nichts zu holen sein wird. Mit einer 10:4-Ralley der Coburger wurden die Quell-Schützlinge in dieser Phase glatt überrannt. Einzig Artur Augustyn – in dieser Partie erneut zum wertvollsten Spieler der Mitteldeutschen gewählt – gelang es in der Endphase durch sein couragiertes Aufschlagspiel, das Ergebnis nach zwischenzeitlich sechs Punkten Rückstand mit 23:25 halbwegs erträglich zu gestalten. Doch auch ihm gelang es nicht, die abgekämpft und unaufmerksam wirkende Truppe in irgendeiner Form zu wecken und zu motivieren. Auch im dritten Satz hechelte man stets einem drei bis vier Punkte Rückstand hinterher und wurde erst in der Endphase durch eine aufmerksame Blockarbeit und das etwas unsortierte Spiel der Coburger mit einem knappen Satzerfolg belohnt.

Für eine Wende in dieser Partie reichte es aber dennoch nicht. Ohne wesentliche Veränderung auf Coburger Seite spulten die Gastgeber ihr Spiel ab, zeigten dem Publikum einfach nur das, was sie können. Dies war am Ende für die ratlos und resigniert wirkende Piratencrew mehr als genug, denn das knappe 23:25-Satzergebnis täuscht noch etwas über wahre Leistung der Piraten hinweg. Nur gut, dass das Thema Abstieg mit dem Rückzug von RWE Bottrop in dieser Saison bereits erledigt ist, denn mit einer solch müde wirkenden Tagesvorstellung wäre es für die Piraten an diesem Abend durchaus wieder zum Thema geworden. Die Chancen zur Rehabilitation lassen aber nicht lange auf sich warten. Am Mittwoch besucht der Tabellenführer, VfB Friedrichshafen, die Spergauer in der Jahrhunderthalle und am Samstag hinterlässt dann evivo Düren seine Visitenkarte in Mitteldeutschland. Beide Spiele beginnen um 19:30 Uhr.