Die Erleichterung nach dem verdienten 3:0-Erfolg gegen den mitteldeutschen Konkurrenten aus Dresden war wohl allen Beteiligten an diesem Abend anzusehen. Jubelnd lagen sich die Piraten in den Armen als ein Wackler in der Dresdner Annahme keinen erfolgreichen Gegenangriff mehr zuließ und auf der großen Anzeige die 2:0-Satzführung auch im dritten Satz um ein deutliches 25:19 ergänzt wurde. In diesen Jubel stimmten die über tausend Fans ein, die nach der langen Niederlagenserie den Weg zu den Piraten gefunden hatten und für eine tolle Stimmung in der Jahrhunderthalle sorgten. Und letztlich hörte man förmlich die Last zu Boden fallen, als Chefcoach Ulf Quell erstmals seit Wochen zufrieden feststellen konnte, dass die bisher fehlende Nervenstärke der Piratencrew langsam zurück zu kehren scheint.

Durch Kampfkraft und großer Spielfreude haben sich die Piraten bei den zahlreichen Fans in der Halle viel Sympathie und Anerkennung zurückerobert, die sich in den Wochen vor der Jahreswende langsam davon geschlichen hatte. Frenetisch feuerten sie ihr Team an, und die Crew selbst dankte es  der Fangemeinde mit atemberaubenden Ballwechseln und einer enormen Willensstärke, endlich die Serie der Niederlagen beenden zu wollen. Allen voran an diesem Abend ging der „emotionale Leader“ des Teams. „König Artur“ titelte ein Bild, das ihm vor Spielbeginn zum Geburtstag überreicht wurde, und Artur schien diese Collage zu beflügeln. Mit ungewohnt druckvollen Aufschlägen – allein fünf Asse gingen auf sein Konto – riss Augustyn sein Gefolge mit und setzte den Dresdner Annahmeriegel extrem unter Druck. In aller Ruhe konnte sich durch den wackligen Spielaufbau der Gäste der Spergauer Block formierten und markierte so 14 Punkte im Spielverlauf.

Im Angriff standen dagegen die Mittelleute Augustyn und Hooi diesmal nicht so im Mittelpunkt. Die spektakulären Punkte wurden über die Außenpositionen gesammelt. Hier musste vor allem Tomás Halanda den nach wie vor verletzten Caspar Munk ersetzen und Halanda bestand die Probe. Ihn hatten sich die Dresdner als „Annahmeopfer“ ausgesucht, deckten den Slovaken mit 60% aller Aufschläge ein, doch Halanda hielt die Bälle im Spiel, machte im Angriff kaum Fehler und wuchtete den Ball bei jeder sich bietenden Gelegenheit erfolgreich ins Dresdner Feld. Mit zunehmender Spielzeit gewann das Spiel der Piraten dann immer mehr an Sicherheit, was nach den letzten Spielen, die teilweise dominant gestaltet und letztlich verloren wurden nicht zwingend zu erwarten war. Dies glättete nach und nach auch die Sorgenfalten von Chefcoach Quell und zauberte ein Lächeln in sein Gesicht zurück, ein Lächeln, das für die kommenden Aufgaben optimistisch stimmt.