Neun Spiele liegen hinter und neun Spiele liegen vor den Piraten in dieser – und man läuft Gefahr, sich zu wiederholen – Konsolidierungssaison 2013/14. Halbzeit quasi und Zeit für ein Zwischenfazit. Wie weit ist das Team? Wie kann es sich entwickeln? Wie reagieren Sponsoren und Zuschauer auf den Stand der Dinge und eine mögliche Perspektive? Fragen, denn man sich stellen muss, Fragen die unangenehm sind und Fragen, die einzig und allein die entscheidende Frage zum Inhalt haben: Wo geht es hin mit den Piraten? Diese Fragen sollen und müssen in den kommenden Tagen beantwortet werden.

Am Spiel in Rottenburg, das deutlich mit 1:3 (19:25, 25:19, 15:25, 19:25) verloren wurde, kann man klar sehen, wie weit das Team wirklich ist. Müde sahen die Akteure in diesem Match streckenweise aus, fahrig in vielen Aktionen, wenig konsequent im Nutzen eigener Chancen und wie so oft in dieser Saison nicht in der Lage, teilweise deutliche Führungen auch nur annähernd Richtung Satzende zu bringen. Allein im ersten Durchgang kassierte man nach einer durchaus respektablen und verdienten 14:10-Führung eine anschließende 5:15-Ralley und gab den Satz praktisch kampflos ab. Der deutlich gewonnene Satz zwei ließ noch einmal so etwas wie Hoffnung aufkeimen, doch bei genauerer Betrachtung waren mit Florian Völker und dem besten Piraten dieses Spiels, Phillip Trenkler, lediglich zwei Akteure mit guten Aufschlagsserien verantwortlich für den Satzerfolg.   Ab Durchgang drei schien es dann so, als ob völlig überraschend die Kondition und Konzentration des Teams soweit gesunken war, dass sich kaum einer mehr an die vielen und systematischen Trainingseinheiten erinnern konnte, in denen die Annahme zum Hauptinhalt gehörte. Ganze 16% davon landeten dort, wo sie normalerweise hingehören, nämlich auf möglichst direktem Weg in den Händen des Zuspielers. Kein Wunder also, dass die Mittelleute Hooi, Augustyn und auch Mørkeberg mit zusammen acht Angriffserfolgen auf der Mitte praktisch verhungerten. Und was letztlich aber ganz besonders ins Auge stach war der fehlende Mut und mangelnde Euphorie, sich der drohenden Niederlage entgegenzustemmen.

Alles in allem scheint Teil eins des Fragenkomplexes nach der Hälfte der Saison nur so beantwortet werden zu können: Keiner der jungen Spieler ist sich seiner technischen und mentalen Fähigkeiten und Fertigkeiten schon so bewusst, dass er selbst mit breiter Brust durchgängig eine Partie bestreiten kann. Keiner ist bisher in der Lage, das ganze Team mitzureißen und zu begeistern aber auch das Team schafft es nicht, einen Einzelnen wieder ins Boot zu holen, aufzubauen und mitzunehmen. Viel zu sehr lässt sich jeder einzelne noch von Fehlern irritieren, hadert mit sich selbst und steht abseits, anstatt sich an Erfolgen und guten Aktionen aufzubauen, zu motivieren und alle um sich herum zu stärken. Und letztlich muss jeder noch lernen, sich als Teil des Teams zu fühlen und daran mitarbeiten, dass ein solches endlich auch zusammenfindet. An sich selbst zu zweifeln, ist nicht der richtige Weg, denn dann bleiben ALLE auf halbem Wege stehen. Wird fortgesetzt…