Die Anspannung beim Matchball war zum zerreißen in den Jahrhunderthalle Spergau doch wenige Sekunden nach dem Joren Zeeman mit seinem 17 Punkt das Spiel zum 3:0 (25:20, 25:23, 25:23) für die Piraten beendete, entlud sich der immens hohe Druck der Spieler, Zuschauer und des Vereinsmanagements in grenzenlosen Jubel. Verdient und mit dem Novum in dieser Saison versehen, die eigene Unsicherheit rechtzeitig in jedem einzelnen Satz ablegen zu können, behielten die Hausherren nicht nur drei wichtige Punkte in Mitteldeutschland sondern konnten sich und natürlich auch ihrem sichtlich nervösen Trainer, Ulf Quell, beweisen: Wir können doch wichtige Spiele gewinnen!

Sicher konnten sich die Piraten des Sieges allerdings zu keiner Zeit des Spiels sein. Das Szenario glich in allen drei Durchgängen einer Sinuskurve. Keines der Teams konnte sich mehr als drei Pünktchen absetzen und markanter Weise führten die fränkischen Gäste jedes Mal mit 16:14, als die Hallensirene zur zweiten technischen Auszeit rief. Dreimal war dies aber auch das Signal zum Endspurt in jedem einzelnen Satz. Systematisch senkten die Spergauer jetzt die eigene Fehlerquote, vor allem im Aufschlag, nahmen etwas das Risiko aus den Aktionen und schoben sich vor allem im ersten Satz mit einer 5:1 Serie zum 19:17 unaufhaltsam an den Coburgern vorbei. Feldabwehr und Block fügten sich zu einer Einheit und ließen den Gästen nur wenige Chancen für leichte Punkte. Je ein weiteres Déjà-vu gab es für den Aufsteiger dieser Saison dann auch in Satz zwei und drei, wobei die Punktabstände zwar denkbar knapp aber ausreichend groß blieben, den 3:0-Erfolg sicher zu stellen.

 

„Mein Kompliment an das Team, das sich diesen Sieg erkämpft und verdient hat“, war die wichtigste Reaktion eines sichtlich erleichterten Quell nach dem Spiel. „Am Ende aber zählt nur der Sieg. Wir haben endlich zeigen können, dass wir auch gegen einen gleichwertigen Gegner ein Spiel gewinnen können“, fügte der Chefcoach noch hinzu. Casper Munk, mit 8 Treffern zweitbester Punktesammler an diesem Abend und auch in der Annahme und Abwehr immer besser agierend, zeigte sich zufrieden: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht“, befand der Däne. – Unbeschwert können die Piraten nun am kommenden Sonntag die Reise an den Bodensee zum wiedererstarkten und aktuellen Tabellenführer, VfB Friedrichshafen, antreten – sicher auch ein reizvolles Wiedersehen der einstigen Trainerkollegen Moculescu und Quell!