Es gehört in der heutigen Zeit gehörig viel Mut dazu, den Schritt in das Volleyballoberhaus Deutschlands zu wagen. Nicht nur der sportliche Erfolg ist dafür maßgeblich sondern vor allem die wirtschaftliche Stärke eines Vereins oder einer Region. Mit der VSG Coburg/Grub gibt am morgigen Mittwoch um 19:30 Uhr ein Verein erstmals seine Visitenkarte in Mitteldeutschland ab, der beides in beeindruckender Weise miteinander verbunden hat. Erst 2011 in die zweite Bundesliga Süd aufgestiegen legten die Franken mit Platz acht einen Blitzstart hin und fegten im zweiten Jahr ihrer Zugehörigkeit zur Volleyballelite mit einem souveränen Zweitligameistertitel so etablierte Teams wie L.E. Volleys, Delitzsch oder den ASV Dachau – in den 90er Jahren selbst 2-facher Deutscher Meister - aus den Spielhallen. Eingebettet in eine wirtschaftlich mehr als konkurrenzfähige Region scharte nun der bundesligaerfahrene Cheftrainer, Milan Maric, eine bunte Schar tatendurstiger Heißsporne um sich, die den Klassenerhalt sichern wollen. Doch diese Ziel haben auch die Mitteldeutschen fest vor Augen. Somit ist die Zeit reif für ein erstes 6-Punkte-Spiel in der Jahrhunderthalle.

Ein winziges Pünktchen trennen beide Teams nach knapp einem Viertel der Hauptrunde in der Tabelle. Die Coburger mussten sicher erst einmal erkennen, wie rau das sportliche Klima in der Beletage des Volleyballs ist, verkauften ihre Haut aber bisher recht teuer. Die drei gewonnen Sätze stammen immerhin aus den Spielen gegen Meister Berlin (1) und den aktuellen Tabellenführer evivo Düren (2). Die Quell-Schützlinge dürften also mehr als gewarnt sein, zumal Milan Maric auf einen schier unerschöpflichen 14er-Kader zurückgreifen kann. Wer letztlich gegen die Piraten aufläuft, dürfte bis zu letzten Minute offen bleiben. Bekannte Gesichter werden allerdings in jedem Fall dabei sein. Mit Nicola Poluga, Sven Kellermann und Paul Lohrisch tragen jetzt drei bundesligaerfahrene Spieler das Coburger Trikot, die einst im Dienste des VC Gotha standen. Von den Netzhoppers KW wechselte Kevin Foyer ins Frankenland. Letztlich werden die Gäste sicher auch von einem lautstarken Fanblock begleitet werden, so dass die Jahrhunderthalle wieder in eine stimmgewaltige Arena verwandelt werden kann.

Übrigens nennt sich die VSG Coburg/Grub mit Blick auf eine lange Bergbautradition in der Region „Die Schmiede“ – nun die Piraten haben sich in jedem Falle vorgenommen, dem Newcomer der Liga zu zeigen, wo der „Schmiede“hammer in diesem unstrittig richtungsweisenden Spiel in Spergau hängen wird. Tagestickets gibt es gleich hier online.