Die Bayern kommen! Allein diese Ankündigung treibt vielen Sportbegeisterten die Gänsehaut in den Nacken. Vor allem dann, wenn der sportliche Gegner im Großraum München beheimatet ist. Viele Millionen sind dort in den letzten Jahren in die Entwicklung der regionalen Ballsportszene geflossen und viele meinen, dass auch Volleyball in den Genuss der bajuwarischen Mäzene gekommen ist. Doch leider hörte man in letzter Zeit, dass am Ortsschild in Unterhaching der Geldregen abrupt endet. Generali Haching, seit Jahren eine feste Größe im Volleyballoberhaus, mehrfacher Pokalsieger und Vizemeister, bekannt und beachtet auf der europäischen Bühne, kam bisher nicht in den Genuss einer der reichsten Industrieinseln Deutschlands. Der Verkauf der Namensrechte sicherte aber dennoch über Jahre ein solides Budget, von dem manch anderer Verein nur träumen kann. Doch die perspektivische Neuausrichtung der Marketingstrategie der Versicherung treibt so manche Sorgenfalten mit Blick auf die Zukunft in die Gesichter der Münchner Macher. Dennoch reisen die Süddeutschen – vielleicht zum letzten Mal unter dem Namen „Generali“ Haching, als Favorit nach Mitteldeutschland, und schließlich möchte der Tabellenvierte der Liga auch endlich wieder einmal gewinnen.

In den letzten sechs Pflichtspielen (Liga, Pokal und Europapokal zusammen) musste das Team von Chefcoach, Mihai Paduretu, sechs Niederlagen in Folge hinnehmen. Keine leichte Situation für die erfolgsverwöhnten Bayern und vielleicht auch wieder ein neue Chance für die junge Piratencrew, mit einer ähnlich starken Leistung wie im letzten Heimspiel gegen Dresden, erstmals in dieser Saison einen der „Großen“ zu knacken. Die Partie „Pirates vs. Generali Haching“ bildet ohnehin den Auftakt für die nächsten attraktiven Heimspiel – allesamt gegen die „Großen“. Am 8.2. geht es gegen den Meister aus Berlin und am 19.2. kommt Quells Ex-Club, VfB Friedrichshafen, in die Jahrhunderthalle nach Spergau.

Um zwei Dinge muss sich die Piratencrew im Gegensatz zum morgigen Gegner keine Gedanken machen. Erstens: Die Bürde des Favoriten trägt man nicht, die liegt definitiv bei den Gästen, und zweitens: In Bezug auf die Zukunftssorgen der Hachinger ist man in Spergau seit Jahren geübt. Ironischerweise würde eine Budgetkürzung in einer Höhe, von der man in Unterhaching spricht, in Spergau dazu führen, dass weniger als null Euro zur Verfügung stünden – und das für zwei Spielzeiten. Doch gerade auf wirtschaftlicher Ebene gibt es hier in Mitteldeutschland vielleicht mittelfristig etwas Hoffnung! Bekanntlich haben ja bestimmte Dinge eine starke Symbolkraft und ein Symbol, welches richtungsweisend ist, welches Orientierung bietet und welches weithin sichtbar sein sollte, ist zweifelsfrei der „Leuchtturm“. Und eben dieses Symbol wurde von der LOTTO GmbH Sachen-Anhalt gewählt, um ein Projekt ins Leben zu rufen, dass in den kommenden drei Jahren darauf ausgerichtet ist, speziell Bundesligavereine in Sachsen-Anhalt zu unterstützen. Das „LOTTO-Leuchtturm-Projekt“ soll direkt helfen, das sportlich Erreichte finanziell zu sicheren. Es soll aber viel mehr zum Signal für die Region werden, den Blick der Wirtschaft wieder etwas mehr auf die Sportförderung zu richten, und letztlich dient der Leuchtturm auch dazu, dem sportlichen Gegner aus dem fernen München sicheres Geleit zum Spiel am Mittwoch, 19:30 Uhr in der Jahrhunderthalle Spergau zu gewähren.