Florian Völker führt klug Regie

Ein tolles, spannendes und phasenweise hochklassiges Spiel abzuliefern und dennoch am Ende mit leeren Händen dazustehen ist bitter. Die junge Piratencrew hat den Mitfavoriten um die Deutsche Meisterschaft, TV Ingersoll Bühl, herausgefordert und ist in allen Sätzen jeweils nur ganz knapp an einem Erfolg vorbeigeschrammt. Mit 23:25, 23:25 und 21:25 musste man letztlich den Badenern die Punkte überlassen und anerkennen, dass dort eine Mannschaft zu Hause ist, die das Zeug zum Einzug ins Meisterschaftsfinale dieser Saison hat.

Gleich von Beginn an zeigten die Piraten den knapp 1.000 Zuschauern, dass sie jeden Quadratmeter der Spergauer Jahrhunderthalle mit allem was sie können verteidigen wollten. Solide in der Annahme und mutig im Angriff bot man den Bühlern einen offenen Schlagabtausch und hielten den wuchtigen Angriffen des 2,08 m großen Marvin Prolingheuer auf Bühler Seite stand. Im Gegenzug setzte der immer besser in Schwung kommende Hauptangreifer der Piraten, Joren Zeeman, mit überlegten Schlägen stetig kleine Nadelstiche in die Bühler Abwehr und hielt bis zum 23:21 die Chance zum Satzerfolg offen. Ein kleines Missverständnis nach einem abgewehrten Ball, eine minimale Blockberührung eines Richtung Anzeigetafel geschlagenen Bühler Angriffs und eine winzige Annahmeunsicherheit verwehrten den Hausherren aber den verdienten Satzball und besiegelten die Bühler 1:0-Führung.

Gleiches Szenario dann in Durchgang zwei. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen und der Punktevorteil wogte maximal zwei bis drei Punkte in die eine oder andere Richtung. Mit mutigen Aufschlägen führte Artur Augustyn die Piraten nach einem 19:21-Rückstand wieder zum 23:21 auf die Siegerstraße. Klug verteilte Kapitän, Florian Völker, die verteidigten Bälle auf seine Angreifer und sorgte damit für jede Menge Erfolgserlebnisse der Piratenmeute. Zu Recht wurde Völker zum wertvollsten Spieler des Abend gewählt, obwohl ihm – und das war möglicherweise in diesem Spiel der entscheidende Nachteil gegenüber Bühl – meist die Möglichkeiten genommen waren, die Angriffe über die Mittelpositionen zu inszenieren. Die druckvollen Bühler Aufschläge verhinderten häufig diese Option. Völker musste daher immer häufiger seine Außenangreifer suchen, die sich natürlich einem sehr robusten Block gegenüber sahen.

Der letzte Abschnitt ließ nach einer schnellen 4:0-Führung der Piraten noch einmal Wendehoffnung aufkeimen, doch der aus vierzehn international sehr erfahrenen Spielern zusammengesetzte Bühler Kader war letztlich zu ausgeglichen und ließ sich die zweite Matchballchance zum 3:0-Erfolg nicht nehmen. Zuschauer und Team waren sich aber einig. Die hohe Niederlage spiegelt in keinem Fall die realen Kräfteverhältnisse an diesem Abend wieder – ein oder zwei Satzerfolge hatten sich die Piraten mehr als verdient. Schade – aber: Mit Geduld und Nervenstärke auf ein Neues.
MDR Sport im Osten berichtet